Kraxen - Test: Wie finde ich die perfekte Trage für mein Baby?

Kraxen testen, aber richtig!

Als für uns die Frage anstand ob, wann und welche Kraxe wir uns anschaffen werden, haben wir sehr viel im Internet recherchiert. Schnell wurde klar: der Markt an Kraxen ist überschaubar, aber dennoch gibt es nicht nur hinsichtlich der Ausstattung große Unterschiede, sondern auch hunderte verschiedene Vorschläge und tausende Meinungen über die unterschiedlichen Modelle.

Wie haben wir also nun die für uns richtige Kindertrage gefunden? Wir haben ausführlich getestet, nicht nur über Stunden, sondern Tage!

 

Ab wann kann bzw. sollte eine Kraxe für das Kind verwendet werden?

Vorweg: das kann Euch keiner sagen, denn es ist - wie so vieles bei den Kleinen - individuell vom Kind abhängig. Als Richtlinie gilt, dass das Baby definitiv selbstständig und frei sitzen können muss. Einige Hersteller haben auch Mindest-Kilogrammangaben oder Altersbeschränkungen. Aber dennoch sollte ausprobiert werden ob ein Baby wirklich reif genug ist. Für unseren Zwerg war beispielsweise selbst mit 16 Monaten die normale Bauch-/Rückentrage noch viel geeigneter als eine Kraxe. Durch den engen Halt der Trage hat er sich wohler gefühlt, als frei sitzen zu müssen. Nicht vergessen: immerhin sind die Kleinen in einer Kraxe den Erschütterungen durch das Gehen viel stärker ausgesetzt.

 

TIPP: Testet vorab erst ob Euer kleines Kind gerne für längere Zeit in der Kraxe sitzen bleibt und welche Haltung es einnimmt. Lässt es sich hängen und wird in einer Kraxe nur durchgeschüttelt, dann ist es definitiv zu früh.

Wandertragen bzw. Kraxen müssen ausführlich von Träger und Kind getestet werden.
Kraxen im ausführlichen Wander-Test.

5 Tipps - Kraxen-Eigenschaften für den Träger:

1. Das Gewicht der Kraxe ist nicht vorrangig:

In erster Linie neigt der Träger dazu nach der leichtesten Wandertrage Ausschau zu halten, schließlich merkt man jedes Gramm. Das stimmt, aber wir können Euch sagen, die Unterschiede bei den neuen Modellen sind größtenteils minimal und das Gewicht macht nur im ersten Moment einen Unterschied. So kann eine anfangs leichtere Trage zwar angenehmer sein, aber sich durch eine nicht optimale Passform zum ungemütlichen Trageobjekt mausern. Umgekehrt fallen ein paar hundert Gramm bei optimaler Trageposition nicht auf.

 

2. Achtet auf die Körperanpassung der Kraxe an den Träger:

Für uns der wichtigste Punkt. Kraxen sind prinzipiell für männliche Körper konzipiert, da meistens die Männer die Kinder tragen. Mittlerweile tragen aber auch Frauen und glücklicherweise gibt es Kraxen welche man sehr gut verstellen und an den eigenen Körperbau anpassen kann. Bei unserer Osprey (Poco Plus) beispielsweise kann man nicht nur Hüft-, Bauch- und Schultergurte anpassen, sondern auch die Rückenlänge. Das erhöht bei längerem Wandern den Tragekomfort enorm. 

 

3. Die Kraxe sollte leicht nachjustierbar sein wenn sie aufgesetzt ist:

Ihr kennt das, vielleicht von voll beladenen Rücksäcken, man setzt sie auf und es passt nicht so wie eingestellt. Dann ist es wichtig die Trage leicht anpassen zu können, ohne diese erst wieder absetzen zu müssen. Manchmal verrutscht, durch das Gehen oder die Bewegungen vom Kind, auch die Einstellung minimal. Auch dann sollte mit einem einfachen "Zug" wieder alles nachjustiert werden können. Nichts ist nerviger als die Trage mehrmals auf- und absetzen zu müssen weil die Riemen nicht richtig "flutschen".

 

4. Die Bewegungsübertragung vom Kind sollte nicht zu stark sein:

Auf den ersten Metern fällt es meist nicht auf, aber wenn man länger läuft, das Kind urplötzlich etwas Interessantes entdeckt und sich dreht oder einfach schief einschläft, dann wird das bedeutsam. Wenn die Übertragung geringer ist, dann ist dies vor allem auf gebirgigen Wegen von Vorteil, um nicht plötzlich aus dem Gleichgewicht zu kommen und zu stürzen.

 

5 Tipps - Kraxen-Eigenschaften für das Kind:

1. Beachtet den Sitzkomfort für das Kind:

Sitzfläche, Polsterung, Verstellbarkeit des Sitzes, Kinnablage, Kopfstütze... undundund. Die früher so einfach Kraxen haben sich teils zu High-End-Produkten entwickelt und machen es den Kleinen so komfortabel wie möglich. Hier ist es wichtig darauf zu achten, was davon benötigt Euer Kind. Ist die mit kuscheligem Bärchen verzierte Kinnablage wichtig, oder sollte die Trage vor allem eine breite Sitzfläche haben? Definitiv ist eine an das Kind anpassbare Sitzhöhe sehr wichtig. Denn die Kleinen wachsen und sollten stets optimal in der Kraxe positioniert werden. Bei allen neu zu kaufenden hochwertigen Kraxen ist dies mittlerweile Standard. Achtet bei Billigmodellen oder gebrauchten Modellen darauf.

 

2. Die Kraxe sollte dem Kind wichtige "Extras" bieten:

Im ersten Moment sind Fußstützen für das Kind vielleicht unnötig, aber ohne die Beinschlaufen baumeln die Beine des Kindes ständig umher. Auf Dauer meist anstrengend und unbequem für das Kind. Ebenso sollte man dringend auf einen Sonnenschutz achten. Nicht bei allen Kraxen ist dieser bereits in der Grundausstattung inkludiert und kann wie auch ein Regenschutz extra Kosten verursachen.

 

3. Achtet auf Stabilität und Material:

Die Wandertragen sind recht unterschiedlich was die Stabilität angeht. Die einen sind luftiger und bieten weniger Stoff, die anderen sind robuster und auch etwas "massiger". Welche am Ende besser ist, muss das Kind entscheiden. Weniger Stoff und "instabiles" Verhalten der Kraxe hat unserem Zwerg weniger gut gefallen. Schnell tendiert er zu einer festeren aber dennoch atmungsaktiven Gehäuse.

 

4. Das Kind muss gut gesichert sein und sich sicher fühlen:

Die Trage muss unbedingt über ein Sicherungssystem verfügen. Dieses sollte einfach zu handhaben sein und das Kind gut sichern, bestenfalls wie ein 5-Punkt-Gurt. Da das Kind hoch oben sitzt ist für einige Kinder sicherlich auch das sichere Gefühl von Bedeutung. 

Die ultimativen Tipps: So findest Du die perfekte Kraxe für dich und dein Kind. Wandern mit Baby kann ganz entspannt sein, wenn die Wandertrage passt.

Das waren jeweils nur 4 Tipps - das habt ihr richtig gesehen. Tipp 5 betrifft nämlich Kind und Träger und folgt an dieser Stelle:

 

5. Testen, testen, testen...

Nichts geht über das ausgiebige Testen. Anfangs waren wir geneigt eine Marke zu kaufen, die im Kraxengeschäft in Deutschland bisher noch die Nase vorn hat. Auch andere haben wir ausprobiert aber dabei schon bemerkt, dass auch unser Kind nicht alle Modelle gleich gut findet. In manch eines wollte er überhaupt kein zweites Mal sitzen. Also haben wir beschlossen richtig zu testen.

Wir haben letztendlich zwei Modelle bestellt, bei kürzeren Spaziergängen und Wanderungen getestet und schnell gemerkt welch Unterschiede sich auftun. Bald bevorzugte unser Kleiner eine Trage deutlich mehr als die andere. Er durfte nämlich ebenso frei wählen wie wir. So haben wir letztendlich die perfekte Kraxe für uns Drei gefunden. 


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