Wiesbaden mit Kind: in der Landeshauptstadt Hessens unterwegs

Vielfältig, erholsam & schön

Im vergangenen Jahr haben wir drei Mal Hessens Landeshauptstadt Wiesbaden besucht. Im Winter, im Frühjahr und im Sommer. Natürlich nicht ohne Grund: uns hat es wunderbar gefallen. Zeit, endlich über das schöne Wiesbaden und seine Highlights - mit oder auch ohne Kind - zu berichten. Und eines ist sicher, wir werden auch in diesem Jahr wieder nach Wiesbaden reisen, denn gesehen haben wir noch lange nicht alles.

 

Die Innenstadt:

Die Innenstadt der hessischen Landeshauptstadt war das Erste was wir kennen lernten. Schon beim Weg vom Bahnhof in das Zentrum fiel uns auf: die Stadt gibt ein sehr einheitliches und wirklich schönes Erscheinungsbild ab. Denn die meisten Gebäude stammen aus der selben Epoche, bzw. sind in einem relativen kurzen Zeitraum entstanden: etwa zwischen 1850 und Anfang der 1900er Jahre. So sind sehr viele Häuser dem Klassizismus, Historismus und Jugendstil zuzurechnen. 

 

Auch die Sehenswürdigkeiten der Stadt sind alle in diesem Zeitraum entstanden: das Stadtschloss, seit 1946 Sitz des Hessischen Landtags (1837-1841), der Kurpark (heutige Form: 1852), die Parkanlage der Warme Damm (1859/1860), die berühmte Marktkirche (1853 bis 1862) und die Ringkirche (1894), das Hessische Staatstheater (1894) und das Kurhaus (1907).

 


Der Innenstadtkern Wiesbadens ist verkehrsberuhigt, sprich eine Fußgängerzone. So lässt sich auch mit Kleinkind wunderbar erholsam durch die Straßen der Stadt schlendern, die Gebäude bestaunen oder eben einfach shoppen. Uns hat es jedes Mal wunderbar gefallen durch die belebten Gassen zu laufen und die Stadt jedes Mal ein klein wenig genauer kennen zu lernen. Ein Spaziergang durch die Stadt: ein Muss.

 

Die Parkanlagen:

Dank großzügiger Parkanlagen kann man in Wiesbaden sogar mitten in der Stadt entspannen und vor allem dann bei warmen Temperaturen das Leben den gesamten Tag über draußen genießen.

 

Herbert- und Reisinger-Anlagen am Hauptbahnhof:

Direkt gegenüber des Bahnhofes befindet sich eine riesige Grünfläche. Bei Sonnenschein lädt diese nur so zum Verweilen ein. Blumen und Bäume umgrenzen die Anlage. Ebenso finden sich hier geometrisch angeordnete  Wasserbecken, welche natürlich an warmen Tagen sehr gerne von den Kindern zum Spielen genutzt werden.

 

Die 3,4 Hektar große Anlage ist in zwei große Rasenflächen aufgeteilt. Beide füllen sich in den Sommermonaten gerne mit Pärchen, Familien, Freundesgruppen oder einzelnen Personen, welche einfach nur das Idyll zum Buch lesen nutzen.

 

Für Kinder sind die Grünflächen super zum Ball-, Frisbee-, oder einfach gemeinsamen Spielen geeignet.

Parkanlage gegenüber des Wiesbadener Hauptbahnhofs.
Die wunderschöne Grünfläche gegenüber des Hauptbahnhof lädt zum Verweilen und spielen ein.

Parkanlage "Warmer Damm":

Ein Stück weiter Richtung Innenstadt, am Rande der historischen Altstadt, befindet sich die Anlage Warmer Damm. Auch wenn diese nahe und in Verlängerung des Kurparks liegt, ist diese damit nicht zu verwechseln. Denn der Warme Damm wurde als eigenständiger Park mit Teich angelegt. Ihren etwas lustigen Namen verdankt die Anlage ihrer Entstehung. Ursprünglich sammelten sich an diesem Damm die Abflüsse der umliegenden (warmen) Thermalquellen. Er wurde im 17. Jahrhundert als Schutz angelegt. 1805 wurde der Weiher zugeschüttet und gut 55 Jahre später wurde der Park angelegt. In Erinnerung an die ursprüngliche Nutzung wurde der Park "Warmer Damm" genannt. Heute steht der Park unter Denkmalschutz.

 

Am Nordrand des "Warmen Damm" befindet sich übrigens das Hessischer Staatstheater. Westlich davon verläuft die bekannte Wilhelmstraße. Auch wenn der Park direkt an dieser große Straße liegt, so kann man hier wunderbar relaxen. Im Sommer ist es schwer noch ein schattiges Plätzchen zu ergattern. Am Teich tummeln sich Nilgänse und Stockenten was ebenfalls wunderbar mit Kindern ist.

Nach dem Sightseeing: ein Mittagsschlaf in der Parkanlage "Warmer Damm".
Nach dem Sightseeing: ein Mittagsschlaf in der Parkanlage "Warmer Damm".

Kurpark:

Der Kurpark ist wohl der bekannteste Park der hessischen Landeshauptstadt. Er beginnt unmittelbar hinter dem Kurhaus und ist im Stil eines englischen Landschaftsgartens angelegt. Je nach Jahreszeit schmücken die unterschiedlichsten Blumen die Anlage.

 

Die Parkanlage entstand - allerdings in wesentlicher kleinerer Form - bereits während des Baus des Kurhauses  (1808–1814). In den folgenden Jahren fanden dann aber immer wieder Vergrößerungen und Umgestaltungen der Parkanlage statt. Es wurden beispielsweise neue Wegesysteme angelegt, Bäume gefällt um den Park heller zu gestalten, Parkbänke zum Verweilen aufgestellt usw.

 

Heute erstreckt sich der Park über 75 000 Quadratmeter. Es gibt einen Biergarten, einen Bootsverleih (in den Sommermonaten) und für Kinder im Grundschulalter sogar eine Kurpark-Ralley, bei der sie die Parkanlage spielerisch kennen lernen können. Leider gibt es keinen Spielplatz, da die Errichtung einer Spielgeräte-Anlage im Park aufgrund des Denkmalschutz äußerst problematisch wäre.

 

Die Kurparkanlage im Winter.
Die Kurparkanlage im Winter.

Manch einer fragt sich beim Betreten des Parks vielleicht warum hier Kassenhäuschen stehen. Durch das Glückspielverbot versiegte mit der damaligen Schließung der Spielbank eine wichtige Einnahmequelle. Die Verluste konnte die Stadt nicht mit der Kurtaxe ausgleichen, daher verlangte man kurzerhand für den Kurpark Eintritt. Der Kurpark wurde hierfür eingezäunt und Kassenhäuschen gebaut. Die Umzäunung ist übrigens ebenfalls noch heute an verschiedenen Stellen zu sehen.

 

Der Neroberg:

Der Hausberg Wiesbadens, der Neroberg, ist mit seinen 245 Metern eines der beliebtesten Ausflugsziele in der Stadt. Denn hier oben bietet sich nicht nur ein herrlicher Ausblick über die Stadt, sondern es gibt auch zahlreiche Freizeitmöglichkeiten. Spazieren - bspw. auf dem 3 Kilometer langen Walderlebnispfad, Schwimmen im Opelbad - mit herrlichem Blick über die Stadt oder Klettern - im Kletterwald Neroberg unter Anleitung von Experten. Und nicht nur das: bereits die Anreise auf den Neroberg kann zum Familienerlebnis werden - mit der Nerobergbahn.

Die Nerobergbahn wurde 1888 erbaut und ist eine mit Wasserkraft betriebene Drahtseilbahn. Leider ist die Strecke nur 440 Meter kurz, denn es werden gerade einmal 80 Höhenmeter überwunden und so ist das Fahrerlebnis nach weniger als fünf Minuten bereits vorbei. Dennoch ist es ein wahres Erlebnis für kleine wie größere Kinder mit der Bahn auf den Berg hinaufzufahren.

 

Die Nerobergbahn fährt alle 15 Minuten von April bis Oktober. Kinder unter 6 Jahren fahren kostenlos. Kinder unter 15 Jahren zahlen die Hälfte des Erwachsenenpreises (Preise 2017 für Berg- und Talfahrt: Erwachsene 3,50 € / Kinder 1,75 € / Familienkarte 7,50 € (2 Erwachsene und 2 Kinder unter 15 Jahren)).

 

Von Neroberg aus hat man dann jedenfalls tolle Blicke auf die Stadt und auch Mainz. Bei richtig klarem Wetter kann man vom oberen Aussichtspunkt, dem Monopteros - einem 1851 erbauten Aussichtstempel - sogar bis zum Odenwald blicken. Außerdem lässt sich hier oben natürlich wunderbar herumtoben.

 

Wiesbaden von "oben". Der Blick vom Neroberg aus auf die Innenstadt.
Wiesbaden von "oben". Der Blick vom Neroberg aus auf die Innenstadt.

War´s das?

Nein, das ist bei Weitem noch nicht alles was ihr in Wiesbaden erleben könnt. Sicherlich werden wir 2018 wieder für ein paar Tage in die hessische Landeshauptstadt fahren und weitere tolle Ausflugsideen, Interessantes und Wissenswertes über die Stadt mitbringen.


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