Die Florida Springs im Ocala National Forest und nahe Orlando

Urwald-Idyll inmitten von Florida

Bei Florida kommt Reisenden meist nur zwei Dinge in den Sinn: endlose Strände am Atlantik oder dem Golf von Mexico und die Sumpfgebiete. Doch Florida hat auch eine ganz andere Seite, fernab von Stränden und Sümpfen, zu bieten: Wald. Viel Wald. Den Ocala National Forest - ziemlich zentral im Herzen des Bundesstaates. Der Ocala National Forest ist in Florida das zweitgrößte unter National-Schutz gestellte Waldgebiet, nach den Everglades.

Es dauert von Orlando aus kaum eine Stunde Fahrt, da nähert man sich bereits dem Idyll. Die Straßen sind kleiner und die Touristenströme haben deutlich abgenommen. Anstatt Themenparks, Großstadt-Hektik und Häuserschluchten säumen haushohe Palmen, unzählige Flüsse und Seen den Straßenrand. Es fühlt sich an wie im Urwald zu sein. Kurzum: es ist ein riesiges subtropisches Waldgebiet, perfekt für Naturfreunde.

 

Hier warnen Hinweisschilder am Wegesrand nicht nur vor Alligatoren, sondern auch vor Bären und dem Florida-Panther. Das Klima ist deutlich humider, aber durch den Wald angenehmer als in der Stadt. Und die perfekte Abkühlung verschaffen letztendlich die "Springs" - die Süßwasser Quellen mit kristallklarem Wasser. Das Baden ist an ausgeschriebenen Stellen erlaubt und sollte auch unbedingt gemacht werden. Ebenso wie kleine Wanderungen und eine Kanu-Tour.


Wir haben knapp eine handvoll Quellen im Umland von Orlando besucht und haben unsere Erfahrungen und Tipps zu den einzelnen Recreation Areas zusammengefasst. (Oben grün markiert sind die besuchten Quellen.)

 

Alexander Springs Recreation Area:

Beschreibung: Die Alexander Springs Recreation Area liegt am süd-östlichen Zipfel des Ocala National Forest. Täglich fließen hier über 230 Millionen Liter Frischwasser aus zahlreichen Quellen in den großen Quellsee. Der Boden des Sees ist vorwiegend sandig oder mit Pflanzen bewachsen. Die Wassertemperatur beträgt konstant etwas über 74°F, rund 23 Grad.

Was man machen kann: Schwimmen (unbedingt machen!), Schnorcheln, Tauchen, Kanu fahren, Fischen, Wandern, Radfahren.

Camping: 66 schöne Campsites ohne Strom oder Wasseranschluss, aber mit Feuerstelle und Sitzbänke. Die sanitären Anlagen sind in wirklich gutem Zustand und mit fließend Warmwasser. Es gibt eine Dumping-Station.

Kosten (2018): Day-Use: 6$ pro Person.

Campingplatz: 24$ / Nacht inkl. Eintritt.

Lage: Eine gute Stunde nördlich von Orlando. Es geht über den Florida Turnpike oder die 441 auf den Hwy 19 über Eustis, Altoona in die Rec. Area am südlichen Zipfel des Ocala National Forest.


Unsere Erfahrung: Rückblickend betrachtet war der Besuch von Alexanders Springs der Coolste und Beste mit kleinem Kind. Der abgetrennte Teil zum Schwimmen im See ist vorwiegend sehr flach, knietief und daher super zum Plantschen mit den Zwergen. Das Areal ist mit natürlichem Ufer belassen und nicht wie bei anderen Springs großflächig betoniert. Die Picknickstellen sind auch am Wochenende nicht allzu überlaufen. 

 

Wir haben auch eine kleine Wanderung unternommen. Der Timucuan Trail (1 Mile) ist etwa bis zu Hälfte mit Kinderwagen gut machbar und führt an zwei Aussichtsplattformen (mit Blick auf den See) vorbei. Dann führt ein schmaler Pfad, welcher schwierig mit Kinderwagen zu meistern ist, durch den Wald zurück zum Startpunkt am See.

 

Juniper Springs Recreation Area:

Beschreibung: Der Juniper Springs ist eine der ältesten Recreation Gebiete und wohl auch eines der Bekanntesten. Bereits in den 1930er Jahren wurde hier ein Schwimmbereich mit Picknick- und Campingplatz angelegt. Der Pool wird von hunderten von kleinen Quellen gespeist. Er ist durch ein altes Mühlhaus vom Creek getrennt. Die Wassertemperatur beträgt knapp 72°F, 22 Grad. 

Etwas mehr als einen Kilometer entfernt befindet sich der kristallwasserklare Fern Hammock Spring (kein Baden erlaubt).

Was man machen kann: Schwimmen, Kanu/Kajak,  Wandern (unbedingt den Trail zum Fern Hammock Spring laufen).

Camping: 78 Campsites ohne Strom und Wasseranschluss, aber mit Picknicktisch und Feuerstelle. Gute sanitäre Anlagen mit fließend Warmwasser. Es gibt eine Dumping-Station.

Kosten (2018): Day Use: 5,50$ +tax pro Person.

Campingplatz: 23,54 $ / Nacht inkl. Eintritt.

Lage: Von Orlando über den Florida Turnpike oder die 441 auf den Hwy 19 in den Ocala National Forest. Dann der 40 Richtung Silver Springs folgen bis zu Rec. Area. Fahrdauer ca. 80 Minuten.  


Unsere Erfahrung: Wir haben nach Alexander Springs recht viel von Juniper Springs erwartet. Der recht kleine Quell-Pool von Juniper Springs ist bei Weitem jedoch nicht so schön wie Alexander Springs. Er wirkt eher wie eine künstlich angelegter Natursee (siehe erstes Bild) - auch wenn er das nicht ist. Aufgrund seiner Zugänglichkeit und Wassertiefe ist er mit kleinen Kindern bei weitem nicht so optimal wie Alexander Springs.

 

Auch hier sind wir ein Stückchen gelaufen, nämlich den Trail am Juniper Creek entlang zum Fern Hammock Springs. Dieser ist etwa 1 Meile lang und auch mit Kinderwagen geeignet. Der Fern Hammock Spring ist das Highlight der Recreation Area - ein wahres Idyll. Im Fern Hammock Spring kann man etwa 20 blubbernde Sandlöcher und jede Menge Fische und Schildkröten beobachten.  

 

Salt Springs Recreation Area:

Beschreibung: Im Salt Spring sprudelt das Wasser von tief unter der Erde aus vertikalen Rissen an die Erdoberfläche. Diese Fissuren kann man im großen Badebereich der Quellen genau sehen. Das macht es besonders hier. Der Pool ist am Rand- Einstiegsbereich flach, fällt aber mittig zum Schwimmen ab. Die Wassertemperatur beträgt konstant 74°F, rund 23 Grad. 

Der Name "Salt" rührt übrigens da her, dass Natrium-, Kalium- und Mineral-Salze in diesem Wasser enthalten sind.

Was man machen kann: Schwimmern, Wandern, Boot fahren (auf dem Lake George).

Camping: Es gibt zwei Campingbereich für Zelte (primitiv) und RVs (mit Elektrik). Alle Plätze haben Tische und Feuerschalen und es gibt sanitäre Anlagen mit fließend Warmwasser.

Kosten (2018): Day Use: 6$ pro Person.

Camping: 23 $ (Zelt), 34 $ (RV) / Nacht inkl. Eintritt.

Lage: Gut 1,5 Stunden nördlich von Orlando. Über den Florida Turnpike oder die 441 auf den Hwy 19 Richtung Norden durch den Ocala National Forest bis zur Salt Springs Rec. Area. 

 

Unsere Erfahrung: Auch wenn der Campingplatz recht voll ist, herrscht am Spring selbst kein Hochbetrieb. Nur wenige Leute scheinen sich hierher zum Baden zu verirren - jedenfalls unter der Woche. Wir hatten den Schwimmbereich fast für uns alleine.

 

Im großen Quellpool baden, ist ähnlich wie im See schwimmen, inklusive Fisch- und Schildkrötenbegegnungen. An manchen Stellen kann man sogar über die Fissuren schwimmen. Der sonst sehr steinige und muschelige Boden macht stehen und laufen im Pool zu keinem großen Spaß. Bei Kleinkindern sind definitiv Badeschuhe angebracht.

 

Der großzügige Picknick-Bereich lädt zum Verweilen ein.

 


Wekiwa State Park:

Beschreibung: Der Wekiwa State Park ist ein beliebtes Erholungsgebiet. Der Pool hat eine leichte Bohnenform und misst etwa 35 Meter im Durchmesser. Fast 170 Millionen Liter Frischwasser sprudeln durch zwei Quellschlitze in den Pool. Er hat eine durchschnittliche Wassertiefe von rund 1,50 Metern und ist 74°F, 23 Grad frisch.

Was man machen kann: Schwimmen, Schnorcheln, Kajak/Kanu fahren, Fischen, Wandern, Radfahren. 

Camping: 53 Campsites mit Strom- und Wasseranschluss, Feuerstelle und Picknicktisch. Die sanitären Anlagen sind abgenutzter als in den anderen Parks, aber sind ebenfalls mit Warmwasser.

Kosten (2018): Day Use: 6$ pro Auto.

Campingplatz: 24 $ / Nacht inkl. Eintritt.

Lage: Von Orlando aus keine 30 Minuten über die Interstate 4 nach Wekiva Springs und zum State Park. Oder über die 441 und die N Wekiva Springs Rd zum Parkeingang.


Unsere Erfahrung: Im Wekiwa gibt es einen winzigen, künstlich abgetrennten, Teil für Babys und Kleinkinder. Hier kann man sich problemlos mit den Zwergen aufhalten, da es im restlichen Bereich des Pools zu tief für Kleinkinder ist. Am Wochenende ist der State Park, aufgrund seiner Nähe zum Stadtzentrum, sehr voll. Vorwiegend mexikanische Familien scheinen sich hier aufzuhalten um das Wochenende lautstark zu verbringen. Wenn der Parkplatz voll ist (250 Autos), dann schließt der Park die Schranke und keiner darf mehr hinein.

 

Der Wet-and-Dry-Trail führt einen durch den Wald. Bereits nach wenigen Metern ist vom Trubel am Pool nichts mehr zu hören. Wirklich spannendes hat der Wald nicht zu bieten, aber es ist ganz interessant. Bis kurz vor Ende des Rundweges ist der Weg für Kinderwagen  geeignet. Die letzten Meter führen jedoch durch den Sand. 

Wir haben uns in diesem Park dazu entschieden ein Kajak zu mieten. Das ist definitiv empfehlenswert und auch mit Kleinkind machbar. Am besten eignet sich hier ein 3er-Kajak. Mietdauer 2 Stunden.

 

Wir sind vom Spring aus den so genanngen Spring Run entlang gepaddelt und dann zum Rock Springs Run abgebogen. Die Strömung war hier jedoch sehr stark, so dass wir uns nach einer halben Stunden entschlossen haben umzudrehen. Gemütlich ging es - mit Abstecher zu Wekiwa Island - zurück zum Pool. 

 

Mehr zum spannenden Paddel-Abenteuer mit Kleinkind folgt!


Unser Fazit zu den Quellen:

Wir hätten sehr gerne auch die anderen Springs besucht, denn ein Besuch sind definitiv alle Quellen wert. Jeder Park, jede Recreation Area ist auf ihre Weise besonders und empfehlenswert. 

 

Wir können auf alle Fälle Alexander Springs empfehlen. Der Park ist wunderschön - auch zum Campen - und bietet alles was man braucht: Platz zum Schwimmen und planschen, Wandermöglichkeiten, die Möglichkeiten ein Kajak/Kanu zu mieten, Schnorcheln und es ist die einzige Quelle im National Forest in welcher getaucht werden darf (mit Tauchschein). Dennoch war es hier nicht überlaufen.

 

Nicht verpasst werden sollte auch Juniper Springs mit dem einmaligen Idyll Fern Hammock Springs. Wenn man hier ist, sollte man das gesehen haben.

 

Ansonsten: nehmt euch so viel Zeit wie möglich und besucht einfach alle Quellen!



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