Bodensee: Mystische Ruinen-Tour

Alte Gemäuer und aktive Kids

Burgen, Schlösser, Ruinen - die haben nicht nur etwas Altes und aus vergangenen Zeiten an sich, sondern auch etwas sehr Faszinierendes. Als Kind findet man die Gemäuer doch meist spannend und interessant. Die Kinder können sich lebhaft vorstellen, wie die Ritter mit erhobenen Waffen auf den Pferden durch die Tore ritten, vor den mächtigen Toren kämpften oder hinter den Mauern lauerten. Wie Prinzessinnen aus Fenstern winkten und Prinzen stolz am Abendmahl saßen. 

Auch in mir keimen meist diese Szenen von Schlachten und Kämpfen wieder auf, wenn ich eine Burg (-Ruine) betrete. Ich könnte dann zum Kind werden... Ihr auch? Also hatten wir uns mal auf Ruinensuche begeben. Im Januar 2020 bei dichtem Nebel und perfekt mystischer Stimmung am Bodensee.

 

Wusstet Ihr, dass die Bodenseeregion zu den burgenreichsten Regionen Europas gehört? Wer die Augen nur ein wenig offen hält, dem sollten die zahlreichen Burgen und Schlösser eigentlich von selbst auffallen. Egal ob beim Wandern im Hinterland oder der Schifffahrt auf dem See, von überall sieht man die alten Gemäuer stehen. Manche sind wunderbar erhalten, viele sind eben nur noch bröckelige Ruinen.

 

Tretet ein in die Welt der Ruinen am Bodensee...


Ruine (Alt-) Bodman bei Bodman:

Lage: Wie der Name schon andeutet liegt die Ruine bei Bodman, genauer gesagt oberhalb des Ortes im Wald.

Geschichte: Die Burg Alt-Bodman wurde im 14. Jahrhundert erbaut. Sie war sozusagen das Nachfolgermodell der Herren von Bodman, deren Vorgängerburg im Jahr 1307 durch einem Blitzschlag zerstört wurde. Die Überreste der Burg Bodman wurden durch Johannes von Bodman im Jahr 1332 fertiggestellt. Zwar wurde die Burg mehrfach beschädigt - 1499 während des Schweizer Krieges und dann während des Dreißigjährigen Krieges - aber immer wieder wurde sie wieder aufgebaut. Erst der General Graf Comte de Corval machte ab 1643 nichts mehr an der Burg und so verkam diese langsam.

Bewertung: Die Ruine Alt-Bodman ist recht gut erhalten. Um 1900 wurde erstmals eine Aussichtsplattform an die Reste des Wohnturms angebracht. Von dieser hat man einen tollen Blick über den Überlinger See. In den letzten Jahren wurde die Ruine umfangreich saniert. Ein Ausflug hierhin lohnt. Zudem warten einige nette Spazierwege und die Bisonstube zum Einkehren auf einen.

Die Überreste der Burg Altbodmann erheben sich aus dem Wald.
Die Überreste der Burg Altbodmann erheben sich aus dem Wald.

Anfahrt / Zugang; Am schnellsten und einfachsten gelangt man über die Bisonstube Bodenwald zur Ruine. Die Bisonstube erreicht man entspannt mit dem PKW über eine Schotterstraße, die von der Straße zwischen Bodman und Liggeringen abzweigt. Alternativ kann von Bodman einen steilen Weg hinauf gewandert werden. 

Ruine Hohenfels bei Sipplingen:

Lage: Die Burg liegt auf etwa 598 Metern, unterhalb des Haldenhofes und oberhalb von Sipplingen.

Geschichte: Die Burg Althohenfels wurde um 1150 bis 1190 von den Herren von Hohenfels erbaut. Sie übten die Niedergerichtsbarkeit über Sipplingen aus. Im Jahr 1191 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung eines Konstanzer Domherren Burkhard von Hohenfels. 1292 teilte sich das Geschlecht in zwei Linien. Eine Familie wurde auf einer neuen Burg namens Neuhohenfels sesshaft. Die Stammburg Althohenfels blieb Wohnsitz der älteren Linie bis diese mit Burkhard von Hohenfels ausstarb. Dann wurde die Burg an dessen Schwager Wolf von Jungingen vererbt, bis dessen Familie ebenfalls ausstarb. Es folgten 1437 die Herren von Landenberg. 1479 erwarb das Spital zu Überlingen die Burg und Herrschaft, bestehend aus einigen Dörfern und vor allem den Sipplinger Weinbergen. Nach 1641 ist die Burg nach Zerstörung verfallen.

Nicht mehr viel übrig von der Ruine Hohenfels bei Sipplingen.
Nicht mehr viel übrig von der Ruine Hohenfels bei Sipplingen.

Bewertung: Von der Ruine ist lediglich eine Mauer erhalten. Viel ist nicht mehr zu erkennen. Nur hierfür herzukommen lohnt sich nicht. Jedoch ist die Aussicht über den See traumhaft schön und zahlreiche Wanderwege sind rund um den Haldenhof zu erkunden.

Anfahrt / Zugang: Der einfachste Weg ist die Anfahrt mit dem PKW zum Haldenhof. Von hier ist es ein kurzer steiler Abstieg zur Ruine. Anderenfalls ist ein steiler Aufstieg ab Sipplingen möglich. 

Ruine Homburg bei Stahringen:

Lage: Die Homburg  befindet sich auf einem steil zum Ort Stahringen abfallenden Bergsporn.

Geschichte: Die Ursprünge der Homburg gehen auf das 11. Jahrhundert zurück. Während des Schweizer Krieges 1499 wurden die Burg beraubt. 1502 wurde sie wieder aufgebaut und vergrößert. 1565 verkaufte Wolf von Homburg seine Herrschaft an seinen Schwiegersohn Hans Konrad von Bodman. 1614 gingen Dorf und Homburg an das Benediktinerkloster Sankt Gallen. Im Dreißigjährigen Krieg folgten mehrfache Wechsel der Besitzer. Außerdem gab es Besetzungen der Burg durch protestantische als auch katholische Truppen. Im Jahr 1642 wurde die Burg abermals überfallen und niedergebrannt. 

Im Jahr 1749 ging die Burganlage bzw. die Reste an den Bischof von Konstanz. In den Jahren 1803 bis 1808 stritten sich Habsburg und Württemberg einerseits und Baden andererseits um den Besitz der Herrschaft Stahringen-Homburg. Nach zweijähriger Zugehörigkeit zum Königreich Württemberg wurde 1810 das Gebiet dem Großherzogtum Baden zugesprochen.

Sehr hohe Mauern bilden die Überreste der Burgruine Homburg.
Sehr hohe Mauern bilden die Überreste der Burgruine Homburg.

Bewertung: Da mehrfach zerstört, lassen nur eine über 11 Meter hohe Maueranlage und eine mächtige Schildmauer die bauliche Gestalt erahnen. Dennoch sind diese sehr imposant. Tische und Bänke laden zum Verweilen ein. Der Ausblick auf den Bodensee ist toll und weitläufig. Wer in der Umgebung wandern möchte, für den lohnt sich der Ausflug, ansonsten ist die Anfahrt hierher nicht unbedingt nötig.

Anfahrt / Zugang: Mit dem PKW kann nicht direkt an die Burg herangefahren bzw. dort geparkt werden. Denn hier befindet sich ein Bauernhof. Entweder ab Stahringen hochwandern oder einen Wanderparklatz in der näheren Umgebung aufsuchen und hinwandern. 

Ruine Schopflen auf der Reichenau:

Lage: Direkt an der Allee die auf die Insel Reichenau führt.

Geschichte: Die ersten Bauten der so genannten Wasserburg gehen bis ins 11. Jahrhundert zurück. Damals wurde sie von den Äbten der Reichenau erbaut, um den Inselzugang zu schützen. In dieser Zeit führte natürlich noch kein fester Weg auf die Reichenau. Aber eine Untiefe (Seerücken) ermöglichte den Übergang vom Festland zu Insel. Dieser musste bei Niedrigwasser natürlich gesichert werden. Erst ab 1838 wurde die Untiefe übrigens mehrfach zu einem Damm aufgeschüttet. Gegen die Unterspülung pflanzte man damals die Pappelallee.

1312 wurde der zweigeschossige Burgbau von Abt Diethelm von Castell neu erbaut. 50 Jahre später, 1365, wurde die Wasserburg im „Konstanzer Fischerkrieg“ völlig zerstört. Von dem zweigeschossigen Bau der ehemaligen Burganlage sind bis heute noch die etwa zehn Meter hohen und 2,5 Meter starken Mauern erhalten. Der Naturschutzbund NABU hat im Inneren des Mauergevierts eine Beobachtungsplattform der Vogelwarte Radolfzell einbauen lassen.

Die Ruine Schopflen direkt an der Allee auf die Reichenau.
Die Ruine Schopflen direkt an der Allee auf die Reichenau.

Bewertung: Von der ehemaligen Wasserburg ist nicht zwar allzu viel übrig, ein Stopp lohnt hier dennoch bei einer Fahrt auf die Reichenau. Von der Plattform bieten sich schöne Ausblicke auf den See.

Anfahrt / Zugang: Einige hundert Meter weiter befindet sich ein Kurzzeitparklatz (im Sommer) direkt vor der Orteinfahrt. Von hier ist es ein Spaziergang zur Burg.


Das bekannte Touristenmagnet Hohentwiel am Bodensee:

Die bekannteste und noch gut erhaltenen Ruinen auf der deutschen Seite des Bodensees ist sicherlich die Ruine Hohentwiel. Hohentwiel gehört zudem zu den größten Festungsruinen Deutschlands und ist ein bedeutendes Kultur- und Naturdenkmal. 

Auch wir haben Hohentwiel schon besucht. Definitiv ist es einen Ausflug wert. Man sollte sich für diesen Auslug ein paar Stunden Zeit nehmen.

Der Weg vom Parkplatz durch den Wald führt steil nach oben. Auch an der Ruine angekommen geht es weiter bergauf. Oben gibt es dann sehr viel zu entdecken - für Klein und Groß, Alt und Jung.


Weitere Ausflugsziele am Bodensee:

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