Alleine mit Kleinkind unterwegs

Ich habe etwas Schiss!

In wenigen Tagen ist es so weit. Ich werde erstmals mit Samu eine weite Reise alleine antreten. Bisher haben sich unsere alleinigen Unternehmungen auf nähere Ziele und ein bis zwei Übernachtungen außer Haus beschränkt. Nun werden wir über 8000 Kilometer nach Houston zurücklegen und drei Wochen dort bleiben. 

 

Manchmal, da denke ich das wird super toll. Manchmal, da bekomme ich aber auch ein wenig Angst. Wie wird das nur? - frage ich mich dann. Zu Hause bin ich froh, den Zwerg mal für ein paar Stunden oder auch nur Minuten bei meinen Eltern zu lassen. Einfach um durchzuschnaufen und meine Sachen zu erledigen. Das wird nun nicht drin sein. Aber ganz ehrlich, das ist nicht das wovon ich am meisten Bammel habe.

 

Alleine bin ich früher schon oft gereist, war auch schon alleine in den USA. Das sollte kein Problem sein - aber der Flug. DER ist mein Angstfaktor. Ich weiß wie schnell ich mich aus der Ruhe bringen lasse, wenn Samu im Flieger unruhig wird. Und 11 Stunden Flug wird er sicherlich nicht immer brav bleiben - oder doch? Ich weiß es nicht. Niemand weiß das. Und das macht selbst mir ein wenig Bammel.

 


Rat holen bei erfahrenen Müttern:

Um mich ein wenig zu beruhigen dachte ich mir, ich hole mir Rat bei jemand die so etwas schon gemacht hat. Da fiel mir als erste Gabriela von mami-bloggt ein. Sie ist mit ihrem Sohn - welche fast auf den Tag genau gleich alt ist wie Samu - schon mehrmals alleine unterwegs gewesen. Die beiden haben beispielsweise Südostasien, bspw. Kambodscha und Mittelamerika gemeinsam bereits.

 

Hallo Gabriela, ein klein wenig Bammel habe ich jetzt wo der Termin näher rückt schon. Ging Dir das beim ersten Mal auch so?

Auf jeden Fall!!! Selbstverständlich! Meine erste Reise alleine mit meinem Sohn ging nach Malaysia. Da war er 11 Monate – und ich war

so mega aufgeregt vorher, weil ich dachte, dass ich alleine dem eigentlich nicht gewachsen sein könnte. Aber ich habe schnell festgestellt, dass alleine reisen mit Kind überhaupt kein Hexenwerk ist und, dass man ganz schnell Routine entwickelt. Eigentlich ist es, wie auf begrenzte Zeit alleinerziehend zu sein. Und du weißt ja, Frauen wachsen halt mit ihren Aufgaben, das gilt auf jeden Fall auch fürs alleine Reisen mit Kind.

 

Mir graut es ja vor allem vor dem langen Flug. Mein Zwerg ist gerade im Flieger gerne aktiv, da er das so wahnsinnig toll findet. Manchmal denke ich, das werden 11 Stunden Hölle.

Hast du dir nicht in manchen Situationen - wenn es stressig wurde oder etwas Ungeplantes passiert ist - gewünscht jemand an Deiner Seite zu haben?

Eigentlich nicht. Schlichtweg aus dem Grund, weil ich mich von Anfang an emotional darauf einstelle, dass ich jeden Tag 24 Stunden die Verantwortung für meinen Sohn habe. Deswegen denke ich in stressigen Situation eigentlich gar nicht darüber nach, wie schön wäre es jetzt, wenn mein Mann auch hier wäre … Für mich gilt dann eher die Devise: Augen zu und durch! Schließlich habe ich mich ja auch alleine dazu entschlossen. Außerdem finde ich – wenn man alleine mit einem Kind reist – dass die Menschen drum herum viel hilfsbereiter sind. Und ich habe auch gelernt, nach Hilfe zu fragen, wenn ich welche benötige – und nicht auf Teufel komm raus, alles alleine schaffen zu müssen.

 

Gabriela mit ihrem Sohn in Kambodscha.
Gabriela mit ihrem Sohn in Kambodscha.

Was war das Schönste am alleine Reisen mit Deinem Sohn?

Am schönsten ist es, dass wir zu zweit viel leichter Einheimische kennenlernen. Das ist mit meinem Mann zusammen schon anders, weil ich glaube, dass die Menschen sich dann immer ein bisschen mehr scheuen, uns anzusprechen. Wenn ich mit meinem Sohn alleine unterwegs bin, dann kommen wir praktisch an jeder Ecke mit Jemandem ins Gespräch – vor allem natürlich in den Ländern, in denen mein Sohn mit seinen blonden Haaren sehr exotisch wirkt, also zum Beispiel in Mittelamerika oder Asien. Außerdem finde ich, dass man zu zweit sich gemeinsam noch viel mehr zu einem richtigen Team entwickelt. Jeder ist ja von dem anderen abhängig. Das spüren auch die Kinder und „funktionieren“ dann viel besser als zuhause. Wenn ich zuhause zum Beispiel auf der Straße unterwegs bin, dann gibt es oft eine riesige Diskussion, weil er nicht dies oder das will. Und manchmal rennt mein Sohn dann auch einfach weg. Das kennst du ja sicherlich auch. Aber wenn ich ihm zum

Beispiel in Kolumbien, El Salvador oder Kambodscha sage, bleib hier kurz stehen und pass auf deinen Rucksack auf, ich gehe nur schnell etwas zum Trinken holen, dann rührt er sich nicht von der Stelle – und übernimmt richtig Verantwortung.

 

Hast Du mir vielleicht noch einen Tipp zur Beruhigung?

Zuhause S-Bahn Fahren ist manchmal schlimmer als ein 11-stündiger Flug. Das Gute ist, dass du es nie vorher weißt, was genau dich

erwarten wird und deswegen macht es auch keinen Sinn, sich vorher verrückt zu machen. Es kommt, wie es kommt. Und wenn es nicht so dolle kommt, dann halt Augen zu und durch. Danach wird bestimmt alles besser … Und der aller wichtigste Tipp ist natürlich, genieße das große Reise-Abenteuer zu zweit. Es ist eine ganz besondere Zeit.

 

Gabriela und ihr Sohn in Guatemla unterwegs.
Gabriela und ihr Sohn in Guatemla unterwegs.

Vielen Dank Gabriela!


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