Tipps: Fahrrad-Urlaub mit Kleinkind

So klappt die Radreise!

Radreisen sind sehr klimafreundlich und im Kommen. Wieso also nicht einfach mal auf das Fahrrad steigen und eine mehrtägige Radtour machen. Mit kleinen Kindern geht das nicht? Oh doch, auch mit Kleinkindern lässt sich so ein Aktivurlaub super durchführen. Man muss eben nur den richtigen (Fahr-) Takt finden und ein paar kleine Dinge bei einer Fahrrad-Reise beachten.

 

Wir haben euch zehn Tipps für den euren entspannten Fahrrad-Urlaub als Familie zusammengestellt. 

 

1. Kein Fahrradsitz, sondern Lastenrad oder Anhänger wählen:

In der Stadt zum Einkaufen oder mal eine kurze Tour zum Café, da wählt man gerne den Kindersitz auf dem Rad. Für eine längere Strecke mit dem Fahrrad ist dieser allerdings nicht geeignet. Das Kleinkind ist in seiner Sitzposition sehr eingeschränkt, sieht wenig und ist mehr oder weniger zum Nichtstun verdammt.

Ein geräumiger Anhänger oder ein Lastenrad sind perfekt. Hier kann das Kind gemütlich und gut geschützt sitzen. Es genießt einen guten Ausblick - vor allem im Lastenrad - und hat Platz für Bewegung. Für Babys gibt es bei vielen Anhängern sogar noch spezielle Einlagen, damit die Kleinen auch darin schlafen können.

 

2. Anhänger oder Lastenrad sind das "Kinderzimmer":

In beiden Fällen mutiert die "Sitzhöhle" bei einer mehrtägigen Fahrrad-Tour zum Kinderzimmer. Achtet darauf, dass die Kleinen sich hier drin wohlfühlen. Packt das Lieblingskuscheltier mit rein, ein paar Spielsachen, vielleicht ein paar Bücher, eine Spielzeug-Auto oder was den Kleinen eben gefällt. So haben die Zwerge immer etwas griffbereit mit dem sie sich während der Fahrt abgeben können.

 

Kinder die gerne Hörspiele oder Musik hören kann man auch gut eine kleine Musikbox mit in die Spielhöhle geben. Hier ist eurer Fantasie und den Wünschen des Kindes keine Grenzen gesetzt. Es sollte wie immer nur nicht überhand nehmen mit den Spielsachen.

 


3. Bequem aber gesichert:

Achtet darauf, dass es die Kinder bequem haben. Schließlich müssen sie eine gewisse Zeit - ein paar Stunden - am Tag in ihrem fahrbaren Kinderzimmer verbringen. Bedenkt, dass die Kleinen ordnungsgemäß gesichert sind. Schnallt sie an, so sind sie bei einem Sturz oder ähnlichem gesichert und können nicht aus dem Anhänger oder Lastenrad hinausfallen und sich Verletzungen zuziehen. Sollte das Lastenrad oder der Anhänger ohne Überroll-Bügel sein, so achtet auch darauf dass die Kleinen einen Helm tragen.

 

4. Erlebnisse statt Kilometer:

Bei einer Familien-Radtour geht es nicht darum so viele Kilometer wie möglich am Tag zu machen. Das hört sich manchmal sicherlich verlockend an, ist es aber nicht. Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass Tagesetappen von 25 bis 35 Kilometern am entspanntesten zu fahren sind. Bei dieser Streckenlänge bleibt nämlich noch genügend Zeit um weitere Erlebnisse, und Zeit zum Toben und Spielen, einzuplanen. Ab 50 Kilometern am Tag wird es dann doch für alle anstrengend.

 

Besonders spannend ist die Radreise für die Kinder natürlich wenn man zwischendrin mal einen erfrischenden Badestopp einlegt, ein interessantes, kindertaugliches Museum besucht, durch den Wildpark schlendert oder gemeinsam Picknick macht. Nach solchen meist kurzweiligen und spaßigen Erlebnissen haben die Kleinen dann auch wieder Lust auf den nächsten Tour-Abschnitt und weitere Erlebnisse.

 


5. Kein Zeitdruck oder Stress machen:

Nehmt euch nicht zu viel vor. Schraubt die Erwartungen welche ich ihr ohne Kind hättet einfach herunter. Bei einer Familien-Radtour geht es wie gesagt nicht um Kilometer, sondern um eine gute, spaßige gemeinsame Zeit. Stress ist hier fehlt am Platz. Nehmt euch Zeit, geniest die Tage draußen in vollen Zügen. Plant nicht so, dass es letzten Endes in einen Zeitdruck ausartet.

 

6. Rad-Routine schaffen:

Vielen Kindern hilft eine gewisse Routine bei der Radreise. Wenn Sie lernen, dass es nach dem Frühstück erst einmal auf das Fahrrad geht, einiges gemeinsam unternommen wird und dann erst gespielt wird, fällt ihnen die Fahrtstrecke viel einfacher. Sie wissen dann, dass es auf jeden Fall nach dem Sitzen auch Zeit zum Spielen und Toben gibt. So kann es sein, dass die Zwerge gerne ruhig sitzen bleiben um schnell das Ziel zu erreichen. 

Unser Kleiner hat sich jeden Morgen auf die Abfahrt gefreut und kletterte schwuppdiwupp in seine "Höhle".

 

7. Die Freizeit ist auch Spielzeit:

Die Freizeit ohne Fahrrad sollte größtenteils zu kinderfreundlichen Aktivitäten genutzt werden. Wer während und nach der Radtour Kunstmuseumsbesuche, Klosterführungen oder ähnliches einplant wird mit den Kindern sicherlich keinen Spaß haben. Spielplatz- oder Parkbesuche, Schifffahrten, für Kinder interessante Museen usw. fördern hingegen die Laune. 

 

Wir haben die freie Zeit gerne genutzt um auf schönen Spielplätzen oder an Strandbädern abzuhängen. Hier finden die Zwerge auch schnell Kontakt zu anderen Kindern und genießen die Zeit sehr. Und als Eltern kann man auch mal etwas abschalten. 

 

Die Freizeit sollte also für alle einfach auch freie Zeit zum genießen sein, was nicht heiß, dass man keine Stadtbesichtigung mal einplanen darf. Es sollte nur nicht überhand nehmen mit den Aktivitäten.

 


8. Passende Übernachtungen suchen:

Tatsächlich spielen auch die Übernachtungen eine kleine Rolle bei der Radtour. Denn auch hier sollten alle sich nach einem Tag auf dem Rad wohl fühlen und entspannen können. Perfekt sind daher natürlich wiederum kinderfreundliche Lokalitäten. Es müssen keine Familienhotels sein, aber eine Übernachtungsmöglichkeit wo Kinder auch ein wenig Kind sein können. Ein Pool, andere Kinder, Spielecken geräumige Zimmer, das alles trägt zur Entspannung bei.

Bei uns war das Highlight ein Hotel mit kleinem Pool und anderen Kindern. Da strahlten die Kinderaugen und wir konnten entspannen.

 

9. Regelmäßige Stopps:

Wichtig ist es regelmäßig Stopps einzulegen. Das heißt nicht, dass ihr an jedem Spielplatz halten oder alle 30 Minuten eine kinderfreundliche Aktivität einbauen müsst. Aber nach einer gewissen Fahrzeit ist das Kind auf jeden Fall froh kurz aus dem Gefährt zu hüpfen oder wenigstens mit Mama oder Papa kommunizieren zu können. Darauf solltet ihr immer ein Auge haben. Wird das Kind unruhig oder möchte sich mitteilen, dann lieber mal einen kurzen Stopp eingelegt. Das kann auch wirklich nur ein Anhalten sein und miteinander reden. Einmal kurz frische Erdbeeren an einem Ständchen am Wegesrand kaufen, einmal die Hände am Brunnen kühlen. Und schon geht es weiter und alle sind glücklich. 

 

10. Nehmt es wie es kommt:

Was für das Leben mit Kindern gilt, gilt auch für die Reise: lasst es auf Euch zukommen und macht das Beste daraus ;-) Man weiß nie ob die Kleinen plötzlich keine Lust mehr haben oder was ihnen sonst so in den Sinn kommt. Nehmt es locker und genießt die Zeit an der frischen Luft gemeinsam. Nicht genau zu wissen wie der Tag wird und was man alles erleben wird, genau das macht doch auch den Reiz so einer Radreise aus.



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Kommentare: 1
  • #1

    Ines-Bianca (Sonntag, 14 Juli 2019 18:20)

    Ihr sagt etwas, was ganz wichtig ist bei Reisen mit Kindern aller Altersstufe: einfach mal weniger Kilometer machen! Der kleine Entdecker ist ja schon so alt, dass er selbst fahren kann - aber der hat natürlich auch keine Lust, mit uns eine halbe Tour de France zu absolvieren!!
    Wir planen viel kürzere Etappen als früher ohne Kind und finden das alle zusammen viel besser!
    Liebe Grüße!
    Ines-Bianca

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