Fakten-Check: Housesitting - Informationen zum Sit mit Kind

In fremden Betten mit kleinem Kind

Ich muss gestehen, ich hatte anfangs überhaupt nicht nachgedacht. Die Idee in einem fremden Land, kostenlos in einem fremden Haus zu wohnen, hörte sich einfach irgendwie zu verlockend an. Die Gedanken, wie das mit kleinem Kind wird, kamen erst kurz vor Abreise beziehungsweise während des Housesits auf. Damit Ihr ein wenig vorbereiteter in Euer Housesit-Abenteuer startet und alle Vor- und Nachteile eines Housesits mit Kind von vorneherein klar sind, hier die wichtigsten Infos. 

 

Wer kann Housesitter werden?

Generell fast jeder. Alleinstehende, junge oder ältere Paare, Familien oder auch Freunde - hierfür gibt es keinerlei Beschränkung. Warum dann "fast"? Nunja, in den meisten Fällen wird nicht nur ein Haus gehütet, sondern eben auch ein oder mehrere Tiere. Mit vorhandenen Tierallergien wird es also etwas schwerer werden bzw.  dann sind nur bestimmte Sits möglich.

Generell würde ich aber sowieso nur zu House-Sits mit den Tieren raten, mit denen man auch Erfahrung hat. Dazu weiter unten mehr.

 

Wie bekomme ich einen Housesit?

Um überhaupt an einen Housesit zu kommen müsst Ihr Euch auf einer Plattform anmelden. Es gibt verschiedene, ich kann nur über Trusted Housesitters berichten. Hier kann man, wenn man einen Jahresbeitrag zahlt, ein Profil mit persönlichen Angaben erstellen und sich dann für jegliche Housesits bewerben.

 

Bewerben? Ja! Habt Ihr einen Sit gefunden müsst Ihr Euch auf den gewünschten Sit bewerben. Im Kontaktformular schreibt Ihr rein warum Ihr diesen Housesit machen wollt und wieso gerade Ihr die Richtigen dafür seid. Es kann sein, dass danach noch Nachfragen kommen oder Ihr eben direkt eine Zusage für den Sit bekommt oder auch nicht.

 

Letztendlich kommt es hier ziemlich darauf an wie sympathisch man rüberkommt, aber auch auf die Erfahrung. Wer selbst keine Erfahrung mit Tieren hat wird es schwerer haben als Tier-Besitzer.

Hinweis: Wenn Ihr Euch über diesen Link bei Trusted Housesitters anmeldet bekommt Ihr Rabatt und wir 3 Monate zusätzlich kostenlos.
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Was muss ich bei einem Housesit machen?

Was genau beim jeweiligen Sit zu tun ist ,steht in der Beschreibung. Die Besitzer schreiben in den meisten Fällen bereits genauesten hin wie oft ein Tier gefüttert oder ausgeführt werden muss, ob Pflanzen gegossen werden müssen, der Briefkasten geleert werden soll oder sonstige Dienste zu erledigen sind. Das ist von Sit zu Sit also völlig unterschiedlich.

 

In den meisten Fällen muss sich größtenteils nur um das bzw. die Tiere und eben die vorhandenen Pflanzen gekümmert werden. Sprich, man kümmert sich wie zu Hause darum das Haus/die Wohnung in dem vorgefundenen Zustand zu halten. Klärt einfach alle Details vorab mit den Besitzern, damit es zu keinen Missverständnissen kommt.

 

Welche Schwierigkeiten könnten während eines Sits auf mich zukommen?

Leider könnten es eine Menge werden. Ja, das muss ich zugeben, es können wirklich einige Probleme auf Euch zukommen. Ich werde Euch ein paar Überlegungen nennen und von Situationen erzählen, welche sich bei uns ereignet haben. Denn auch wenn sich der Housesit noch so relaxt anhört: ihr seid (meist) in einem fremden Land, in einer fremden Stadt, in einer fremden Wohnung mit fremden Tieren. 

 

Das Problem - "Tier":

  • Tiere reagieren auf Fremde unterschiedlich (ausgenommen wohl Fische). Auch wenn das Tier laut Besitzer Kinder mag, wenn ein Kind plötzlich immer da ist oder es ein Fremdes ist, kann das dennoch etwas anders sein. Unsere Erfahrung: Die von uns betreuten Katzen kamen mit Samu gut zurecht. Allerdings wurde es ihnen "unheimlich" wenn er sie unbedingt füttern wollte oder laut nach ihnen rief. Ich musste also schauen, dass Samu immer außer Sicht ist, damit die Katzen zum Abendessen kamen. Manchmal konnte das recht stressig sein. Wer ein Dreijährigen zu Hause hat, weiß wovon ich rede.
  • Wenn das Tier nicht heimkommt. Auch wenn das Tier immer pünktlich heimkommt oder ohne Leine folgt - das kann bei Euch anders sein. Euch kennt das Tier (noch) nicht. Rechnet damit, dass es vielleicht mal Probleme geben könnte - gerade mit Kleinkind - welches ein Tier auch mal verunsichern könnte. Unsere Erfahrung: An einem Abend kam eine Katze nicht heim. Da hatte ich natürlich ein ungutes Gefühl, allerdings wusste ich als Katzenbesitzerin, dass dies mal vorkommen kann. Ich habe also erst einmal abgewartet, aber das ungute Gefühl blieb. Wie vermutet kam die Katze am nächsten Abend wieder. 
  • Kranke oder verletzte Tiere. Auch Tiere können krank werden oder sich verletzten. Ihr solltet natürlich eventuelle Krankheiten oder Probleme am Tier erkennen können und auch entsprechend handeln. Ihr tragt die Verantwortung für das Tier. Unsere Erfahrung: Glücklicherweise mussten wir mit keinen Problemen kämpfen.

Das Problem - "Kind":

  • Keine kindgerechte Einrichtung: Viele Anbieter eines Housesits haben selbst keine (kleinen) Kinder. Ihr müsst also bedenken, dass die Wohnung / das Haus in welchem Ihr für einige Tage oder Wochen lebt nicht "kindgerecht" ist. Meist gibt es kein Babybett, keinen Hochstuhl, keinen Toilettenaufsatz,.... Da ist Improvisation gefragt. Tipp: Macht Euch eine Liste, auf was Ihr nicht verzichten könntet und probiert mal wie Ihr ohne zurecht kommt.
  • Fehlende Spielaktivitäten: Vor Ort wird das Kind nicht auf die Spielsachen, Möglichkeiten und Freunde treffen wie zu Hause. Eventuell wird dem Kind in den ungewohnten Umgebung schnell langweilig. Das kann dann für Euch zu einer Herausforderung werden. Tipp: Nehmt die wichtigsten Spielsachen mit und informiert Euch vorab was Ihr vor Ort alles unternehmen könnt. Und mit etwas Offenheit lassen sich vielleicht sogar neue Freundschaften schließen.
  • "Haus-Unfälle": Bei kleineren Kinder geht gerne mal etwas zu Bruch, sie malen Wände an, cremen Sofas ein oder frisieren den Teppich. Zu Hause ist dies schon recht ärgerlich, bedenkt, dass Ihr Euch in einer fremden Wohnung aufhaltet und die Besitzer über extrovertierte Kunst an der Wand oder ein verfärbtes Sofa bei der Rückkehr sicherlich nicht erfreut sind. Was zu Hause "notdürftig" gelöst wird, ist bei Housesit keine Lösung. Es geht ja manchmal so schnell...
  • Krankes Kind: Anderes Klima, fremde Umgebung, ein Sturz auf dem Spielplatz - schnell hat sich das Kind etwas eingefangen oder ist verletzt. Solltet Ihr alleine unterwegs sein muss Euch klar sein, dass die Doppelbelastung "krankes Kind - Tier" auf Euch zukommen kann. Tipp: Informiert Euch vorab über Arzt- Notfallpraxen in der Umgebung und seid entsprechend versichert (Auslandskrankenversicherung).

Was sind die Vorteile eines Sits?

Ihr lernt das "wahre" Leben an einem - vielleicht für Euch völlig - fremden Ort kennen und das auch noch kostenlos (zumindest ohne Übernachtungskosten). Wahre Leben? Ja, es ist einfach ein Unterschied ob man im Urlaub ist oder einen Housesit macht. Zwar lebt man heutzutage auch in AirBnB-Wohnungen mitten unter der Bevölkerung, allerdings hat man da keine "Aufgaben und Pflichten".

 

Bei einem Housesit, vor allem einem der nicht nur vier oder fünf Tage geht, ist man mehrere Wochen, ja manchmal sogar Monate an einem Ort. Dadurch bekommt man natürlich ganz andere - viel realistischere - Einblicke als bei der Durchreise. Viele Housesits befinden sich auch in Gegenden welche man als Tourist nie bereist hätte. So lernt man definitiv auch andere Seiten und Plätze kennen. Sicherlich wird man nicht immer so viel Glück bei einem Housesit haben wie wir mit unserem ersten grandiosen Sit, aber eine spannende Sache ist und bleibt es. Für uns war es eine wahre Bereicherung!

 

Wer noch ein wenig mehr über das "Living like a local"-Gefühl erfahren möchte, dem kann ich den Blogpost: "Unsere ganz persönliche Erfahrung" ans Herz legen.



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