Kleinkind im Death Valley

Heiß, heißer, Tal des Todes

 

Mit Kleinkind ins Death Valley - das Tal des Todes - muss das sein?

Natürlich muss das nicht sein, aber man kann es definitiv machen! Allerdings bitte nicht unvorbereitet.

Wir haben im September 2016 mit unserem knapp 15-monatigem Sohn zwei Tage im Death Valley verbracht.

Wir geben Euch ein paar Infos und Tipps wie der Death Valley Besuch mit Kleinkind erfolgreich wird.

 

Am frühen Morgen, zum Sonnenaufgang, am Zabriskie Point im Death Valley.
Am frühen Morgen, zum Sonnenaufgang, am Zabriskie Point im Death Valley.

Das Death Valley - eine kurze Übersicht:

Das Death Valley (Tal des Todes) in der Mojave-Müste ist ein Ort der Extreme. Der über 12.000 km² große Nationalpark ist der trockenste Ort und beheimatet zugleich auch den tiefsten Punkt Nordamerikas: das Badwater Basin auf 85,95 Meter unter dem Meeresspiegel. Umschlossen wird das Death Valley von mehreren hohen Gebirgen. Die höchste Gebirgskette bildet die Panamint Range mit dem 3366 Meter hohen Telescope Peak. Und genau jene Gebirgsketten machen das lange, tiefe "Tal des Todes" auch so extrem. Wenn die feuchte Luft vom Pazifik herkommend Land einwärts ziehen, so steigt diese an den Bergen auf, kühlt ab und fällt als Regen oder Schnee westlich der Berge nieder. Die klare, trockene Luft östlich davon erlaubt es wiederum das schmale Tal stark aufzuhitzen.

 

57 Grad Celsius war die heißeste Temperatur die im Death Valley (Furnace Creek) jemals gemessen wurde. Das war am 10. Juli 1913. Bei dieser enormen Hitzewelle wurde an den fünf darauffolgenden Tage ebenfalls noch Temperaturen von 54°C oder mehr gemessen. Kurioserweise war 1913 auch das Jahr in dem bisher die kälteste Temperatur im Nationalpark gemessen wurde. Am 8. Januar 1913 erreichte das Thermometer bei Furnance Creek nur - 10°C.

 

Übrigens gehört auch das Devil´s Hole - eine kleine Enklave - ein kleines Stückchen weiter östlich im Ash Meadows National Wildlife Preserve zum Nationalpark. Das Devils Hole ist ein etwa drei auf sieben Meter großes Loch welches Wasser enthält. Auch wenn der Bereich wie ein Hochsicherheitstrakt abgesichert ist, zu sehen gibt es nichts. Denn der Devil´s Hole Pupfish welcher hier lebt, und wegen dem alles abgesichert ist, ist ein äußerst seltenes Exemplar. Hier findet Ihr mehr zu unserem Besuch: Ein fast platter Reifen und eine kurze Irrfahrt.

Der Eingang zum Death Valley Nationalpark
Der Eingang zum Death Valley Nationalpark

What to do - mit Kleinkind im Death Valley:

Das Death Valley ist - in diesem Fall glücklicherweise - ein Nationalpark der von den meisten Besuchern (nur) mit dem Auto erkundet wird. Alle gängigen Parkhighlights lassen sich nämlich problemlos mit dem klimatisierten Mietwagen oder ggf. Wohnmobil (Achtung: im Sommer Mietbedingungen beachten) erreichen:  

  • Artist´s Drive/Artists Palette
  • Badwater
  • Dante´s View
  • Devil´s Golf Course
  • Mesquite Flat Sand Dunes
  • Scotty´s Castle (bis 2019 geschossen)
  • Ubehebe Crater
  • Zabriskie Point

Natürlich hat der trockenste Nationalpark der USA noch viel mehr zu bieten. Zahlreiche weitere Aussichtspunkte, etliche Dirt Roads (unbefestigte Straßen) und Wanderwege. Diese würden wir Familien mit kleinen Kindern allerdings nicht bzw. bei entsprechenden Kenntnissen nur bedingt, in den Wintermonaten, empfehlen.

 

Besucht dafür das Visitor Center Furnace Creek. Das ist täglich geöffnet (8 bis 17 Uhr) und die Kleinen können sich hier ein wenig "austoben". Es gibt einen Souvenir-Shop, ein großes Modell des Death Valley Nationalpark mit entsprechenden Infos und weitere Dinge zu bestaunen. Zudem wird ein 20-minütiger Film über den Park gezeigt und im Winter (November - April) werden diverse geführte Spaziergänge angeboten.

Wie ist die Hitze im Sommer auszuhalten?

Die Hitze im Death Valley ist nicht mit unserer Sommerhitze zu vergleichen. Denn wie bereits erwähnt ist das Tal des Todes der trockenste Ort der USA, sprich es ist eine sehr trockene Hitze, welche deutlich angenehmer ist, als die unsere. Temperaturen um die 30 Grad sind hier wirklich noch gut auszuhalten.

Kleidet das Kind und Euch mit hellen, natürlichen Materialien wie Leinen oder Baumwolle. Am besten natürlich auch weite und luftige Kleidung tragen. Nicht umsonst tragen Bewohner heißer Regionen solche Kleidung. Eng anliegend dunkle Polyesterhemden sind nicht optimal. Zuletzt sollte noch eine entsprechende Kopfbedeckung nicht fehlen.

Ansonsten gilt: Bleibt mit Kleinkind bestenfalls die meiste Zeit im klimatisierten Auto oder entfernt Euch nicht allzu weit davon. Auch vom Auto aus lässt sich das Death Valley wie gesagt bestens erkunden.

Todesfälle im Death Valley Nationalpark:

Leider sterben immer wieder Besucher im Death Valley Nationalpark. Die meisten von ihnen bleiben wegen einer Autopanne auf einer der vielen kleineren Straßen im riesigen Parkgebiet liegen. Haben die Insassen nicht genügend Wasser dabei oder entfernen sich Hilfe suchend vom Fahrzeug, so fallen diese Besucher oft der Hitze zum Opfer.

Ein besonders tragischer Fall ereignete sich 2009. Ein Elfjähriger war mit seiner Mutter mit dem Auto im Sand stecken geblieben. Die beiden wurden erst nach fünf Tagen aufgefunden. Trotz 24 Flaschen Wasser, die sie dabei hatten, überlebte der Junge nicht. Hier der Artikel.

Ebenfalls tragisch der Fall der vier Deutschen, deren Leichen erst 13 Jahre später gefunden wurden. Mehr dazu hier.


Endlose Straßen mit wenig Verkehr im Death Valley.
Endlose Straßen mit wenig Verkehr im Death Valley.

Für wen ist ein Besuch im Death Valley mit Kleinkind empfehlenswert, für wen nicht?

Generell muss jeder für sich selbst entscheiden was er machen möchte und auch kann.

Von einem Besuch abraten würden wir, wenn das Kleinkind extrem Hitze empfindlich ist und zu Eurer potentiellen Besuchszeit Höchsttemperaturen zu erwarten sind. Zudem solltet ihr wissen, dass die Fahrtstecken im Death Valley (von Süd nach Nord sind es über 200 Kilometer) sich - auch aufgrund der Geschwindigkeitsbeschränkungen - sehr ziehen und es absolut nichts Interessantes für die Kleinen zu sehen gibt. Wenn das Kind also ungern im Kindersitz sitzt solltet Ihr für ausreichend Bespaßung sorgen. Ansonsten spricht nichts gegen einen Besuch mit kleinem Kind.

3 Tipps für den Besuch mit Kleinkind im Death Valley:

  • Plant nicht zu viel. Sucht Euch drei, vier Plätze des Nationalparks aus, die Ihr an einem Tag anfahren möchtet.
  • Fahrt früh los, denn dann ist es nicht nur schön kühl, sondern Ihr werdet auch einen "einsamen" Park erleben.
  • Besucht den Park bestenfalls nicht in den heißen Sommermonaten.
Devil´s Golf Course im Death Valley kurz nach Sonnenaufgang.
Devil´s Golf Course im Death Valley kurz nach Sonnenaufgang.

Verhaltensregeln mit Kleinkind im Death Valley:

  • Das Death Valley ist wilde Natur, kein Freizeitpark.
  • Habt immer ausreichend zu Trinken bei Euch, auch wenn Ihr "nur" im Auto seid oder Euch von diesem wenige hundert Meter entfernt. 
  • Erkundet den Park in den Sommermonaten (Mai - Oktober) nur in den (frühen) Morgenstunden.
  • Haltet Euch nicht zu lange in der prallen Sonne auf und denkt immer an ausreichend Sonnenschutz für die Kleinen und Euch. Schon nach kurzer Zeit ohne Kopfbedeckung könnt Ihr einen Hitzeschlag erleiden.
  • Wanderungen - auch in den (schattigen) Canyons - müssen sehr gut geplant sein. In den Sommermonaten wird es auch hier sehr heiß. Mit kleinen Kinder sind diese definitiv nicht zu empfehlen. Die Kleinkinder verlieren auch in der Trage ohne Bewegung sehr schnell zu viel Flüssigkeit.
  • Lasst die Kleinen nie unbeaufsichtigt spielen. Unter Steinen und in Erdlöchern können sich Klapperschlangen, Skorpione oder giftige Spinnen befinden.
  • Alte Minen sind ebenfalls kein Spielplatz. Die Tunnels und Schächte können einbruchgefährdet sein, unentdeckte Löcher oder giftige Gase beinhalten.
  • Belasst es bei den Hauptattraktionen des Parks. "Spannende" Entdeckungstouren auf eigene Faust sind im Death Valley nicht angebracht.

Und zuletzt noch Wissenswertes für die Eltern:

  • Bitte vorher volltanken! Ein auf vollen Touren laufende Klimaanlage benötigt auch Sprit. Tanken im Death Valley (Furnace Creek) ist sehr teuer.
  • Beachtet: in vielen Teilen des Death Valley gibt es keinen Handyempfang! 

Nützliche, aktuelle Infos:

Alles Wichtige wie Straßensperrungen, extreme Wettersituationen, Ankündigungen und Eintrittsgebühren im Death Valley Nationalpark findet Ihr auf den Seiten des National Parks Service. Hier findet Ihr auch nützliche Karten mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Hinweisen auf beispielweise Toiletten und Campingplätze.

 

Habt Ihr das Death Valley besucht oder überlegt es Euch gerade? Wie waren Eure Erfahrungen dort?  Wäre die teils extreme Hitze etwas für Euch?

 

Unsere zwei Tage im Death Valley:


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