Grand Canyon / North Rim Tour

Angriff des Adlers Aber traumhafte Aussichten

 

Mit diesem Blog-Post mach ich an der Blogparade „Reisen und Ausflüge mit Kindern in Amerika“ von dastoa.de mit. Dort findet ihr noch weitere Tipps - schaut doch mal vorbei.

 

Am frühen Vormittag bei sehr frischen Temperaturen aber strahlend blauem Himmel machen wir uns auf den Weg in den Grand Canyon Nationalpark. Wir werden zum Cape Royal fahren, an den Aussichtspunkten dazwischen halten (auf der Karte rot markiert), dann zum Point Imperial und wenn die Zeit noch reicht dort eine kleine Wanderung (gelb markiert) unternehmen. Von unserem Campingplatz aus (DeMotte Campground) entspricht das rund 120 Kilometer (Round-Trip). Hört sich wenig an, allerdings wird der Ausflug dennoch einiges an Zeit in Anspruch nehmen. Die Strecke ist teils sehr steil und kurvig und zudem manchmal recht schmal. Für Fahrzeuge über 30feet/neun Meter ist sie deshalb nicht empfohlen. Das sagt uns auch das große gelbes Schild als wir dort abbiegen: "Not recommended for vehicles over 30ft." Unser Camper misst recht genau neun Meter...

rot markiert: angefahrene Ausichtspunkte gelb: gelaufener Trail
Übersichtskarte des Grand Canyon North Rim:

Wir sind ganz alleine auf der Straße unterwegs. Die grünen Wiesen erinnern den Papa ans Allgäu, die gelb leutchend Bäume am Straßenrand die Mama an den Indian Summer. Oder die tolle Zeit im Yellowstone und Grand Teton vergangenes Jahr. Kleinkind Samu... der ist erst einmal wieder eingeschlafen, träumt vielleicht von Wiesen und Bisons. Während die ersten Kilometer also noch recht entspannt und im wahrsten Sinne des Wortes verträumt sind, wird es ab der Abzweigung "Y" (auf der Karte markiert) spannender. Der Asphalt schlängelt sich nun steil und kurvig zwischen den Fichten, Espen und Kiefern den Berg hinauf. Der RV keucht nun in gewohnter Weise (wie er es bei solchen Strecken halt immer macht).

Einige Haarnadelkurven später erreichen wir Vista Encantada auf 2585 Metern. Für den RV gibt´s  hier eine kurze Verschnaufpause. Samu wacht pünktlich zum Stopp auf und wir genießen den Ausblick - alleine. Weit und breit ist niemand. Lediglich mehrere Helikopter - wir vermuten Touristenhelis - schweben nach einigen Minuten ein und stören die Ruhe. Wir fahren weiter. Nun geht es recht gerade und ebenerdig weiter. Bereits nach wenigen Minuten unser nächster Halt: Roosevelt Point. Von hier aus blickt man in den Nankoweap Canyon. Auch hier ist keine Menschenseele. Dafür jede Menge Adler. Sie lassen sich von den Aufwinden tragen und gleiten sanft über uns hinweg. Nur einer, der hat Samu wohl als Happen ausgemacht und setzt urplötzlich zum Sturzflug an. Doch wenige Meter über unseren Köpfen bemerkt er anscheinend dass der Kleine doch schon etwas zu groß ist und dreht ab. Fortan beobachten und belauschen wir die großen Vögel Samu dabei vorsichtshalber immer dicht bei einem von uns. Dann geht´s schon wieder weiter.

Den nächsten Stopp machen wir am Walhalla Overlook. Der Ausblick ist super und wieder einmal sind wir Drei total alleine. Von diesem Punkt aus ist sogar der Colorado River zu sehen. Natürlich nicht so schön wie vom South Rim, da man hier auf dieser Seite viel weiter vom Fluss entfernt ist, aber immerhin blinzelt der Colorado hier und da hinter den Felsen hervor. Auf der anderen Straßenseite führt übrigens noch ein kurzer Weg zu den Walhalla Ruinen. Wir haben uns diesen Abstecher allerdings erspart. 

 

Unser vorerst letzter Stopp ist Cape Royal, der südlichste Punkt des North Rim auf 2397 Meter. Von hier aus kann man sogar das Grand Canyon Village am South Rim erblicken. Der Weg zu den beiden Aussichtspunkten am Cape Royal, Cape Royal selbst und Angel´s Window, ist geteert und nahezu ebenerdig. Samu wird also mal wieder in den Kinderwagen verfrachtet und los geht´s. Beide Aussichtspunkte sind grandios und laden - wie eigentlich alle Aussichtspunkte - zum bloßen Verweilen ein. Auch wenn dieses Mal einige Autos auf dem Parkplatz mehr Menschen vermuten lassen, trifft man nicht auf wirklich viele Leute. Teilweise sind wir Drei  mit der Natur wieder ganz alleine und genießen einfach... Deshalb lassen wir anstatt Worte einfach noch einmal ein paar Bilder sprechen:

Die Mittagspause verbringen wir am Point Imperial. Samu war Mama bereits auf der Fahrt dorthin auf dem Schoss eingeschlafen. Ja, er durfte tatsächlich (verantwortungslos) zu Mama hinten auf die Bank sitzen und musste nicht in seinen Sitz! So handhaben wir das eben auch mal auf Reisen. Während Samu also gemütlich schlummert, eine Zeitlang unterstützt von Papas Geschnarche, erkundet Mama die Umgebung bevor sie relaxt mit grandiosem Ausblick ein Buch liest.

 

Der Point Imperial ist der höchste Punkt am North Rim des Grand Canyon auf 2683 Metern. Der Ausblick von hier ist noch einmal total anders. Man sieht nicht nur in das östliche Ende des Grand Canyon hinein, sondern blickt auch auf die weite Ebene, auf das Painted Desert (Wüstengebiet) auf dem Colorado Plateau auf der anderen Seite. Ein wahrlich beeindruckender Anblick. Mama vergisst deshalb immer wieder das Lesen....

 

Als Samu seinen Mittagschlaf beendet hat, geht´s am Nachmittag noch auf den Imperial Trail. Er ist Teil des über 15 Kilometer langen Ken Patrick Trails. Der Weg ist zwar keine große Herausforderung - wir sind übrigens mal wieder die Einzigen die hier unterwegs sind - allerdings endet der wirklich erkennbare Weg nach etwa einer halben Stunde Marsch recht abrupt. Erst vor kurzem gab es hier ein "managed wildfire". So liegen mehrere umgestürzte Baumstämme herum. Wir können nur vermuten wo es eventuell weiter geht. Mit Kleinkind wollen wir allerdings keinerlei Risiko eingehen und entscheiden uns daher zur Umkehr auch wenn es eigentlich ein Round-Trip gewesen wäre.  Aber auch so befinden sich entlang des Walks zahlreiche tolle Aussichtspunkte. Dass die letzten Meter uns verborgen blieben... was soll´s, vielleicht kommen wir ja wieder ;-)

Folgend noch einmal die Übersichtskarte des Grand Canyon North Rims.

 

Download
Übersichtskarte Grand Canyon North Rim
Übersichtskare aller Routen, Aussichtspunkte und Wanderwege am Grand Canyon North Rim
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Kommentare: 3
  • #1

    Eva Grossert (Montag, 10 Oktober 2016 13:35)

    Super Tour und schöne Eindrücke. Ich glaube wir haben ein ähnliche USA Reise gemacht als unsere Tochter ungefähr im gleichen Alter Eures Sohns (evtl ein bisschen jünger) war Der Zeitpunkt war super. Immer zu den Schlafentzeiten am Vormittag und frühen Nachmittag haben wir Strecke gemacht und Zwischendrin Unternehmungen. Außerdem reist man mit Kind etwas langsamer aber dennoch sehr intensiv, wie ich finde.
    Viele Grüße!

  • #2

    Mel (Montag, 10 Oktober 2016 21:48)

    Liebe Eva,
    vielen Dank für Deinen Beitrag!
    Ja, etwas langsamer ist man aufgrund der Schlafenszeiten meistens, aber das macht nichts. So ist es jedenfalls relaxter. Und wie Du sagst - intensiv ist es allemal!
    Liebe Grüße von uns

  • #3

    Regina (Donnerstag, 10 November 2016 13:36)

    Liebe Melanie,
    danke dir für den tollen Bericht und die tollen Bilder an der Blogparade auf dastoa. Freue mich sehr über deinen Beitrag.
    Ich kenne das Gebiet GC nur ohne Kids, ich kann mir vorstellen, dass es ein tolles Familienerlebnis ist. Toll ist es auch, die Tour mit einem Camper zu machen. Das möchte ich gerne mal nach holen.
    Liebe Grüße
    Regina

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