Yellowstone Nationalpark - die Suche nach einem Campingplatz

Bisons und die ewige Campingplatzsuche

Der heutige Tagesplan:

Durch das Hayden Valley, entlang des Grand Canyon of the Yellowstone, über den Dunraven Pass soll es bis zu Tower Falls oder Tower-Roosevelt gehen. Dort wollen wir einen Campingplatz suchen, da um diese Jahreszeit die Plätze in der Ecke allesamt "First come, first serve" sind und eine Reservierung nicht möglich war.

 

Nach dem Frühstück und einer kurzen Dusche - die gibt's pro Person und Tag gratis - verlassen wir gut gelaunt den riesen Campingplatz Fishing Bridge und machen uns auf Richtung Norden. Hier und da halten wir an, laufen eine Runde, machen Fotos und genießen die traumhaften Ausblicke auf eine grandiose Landschaft. Schaut einfach selbst:

Wandern am Grand Canyon of the Yellowstone:

Am Grand Canyon des Yellowstone entschließen wir uns einen Trail entlang des Canyons zu laufen. Während der Kleine entspannt sein Mittagschläfchen in der Bauchtrage hält erkunden wir den Rim. Keine Menschenseele ist unterwegs, was uns ein wenig wundert, aber auch herrlich ist um einfach die Natur zu genießen. Nach gut 40 Minuten sehen wir den Parkplatz an dem der Trail vorbeiführen soll. Doch der Weg endet sehr abrupt. Wir schlagen uns durch das Gebüsch und stehen plötzlich auf einem menschenleeren Parkplatz. Komisch. Nichts los, das kann kaum sein.... Und dann sehen wir ein Schild: "Trail closed". An unserem Startpunkt war kein Hinweisschild gewesen. Auch nicht schlecht, so haben wir einen  tollen Aussichtspunkt völlig für uns alleine.  Wir genießen die Ruhe bevor wir uns auf den Rückweg.

Die entspannte Campingplatzsuche:

Kurz nach 14 Uhr fahren wir weiter. Wir kommen einige Zeit später bei Tower Falls an und hier schient eine Menge los zu sein. Eine riesige Menschenansammlung steht auf dem Parkplatz und alle blicken in eine Richtung. Ein Schwarzbär! Wir gesellen uns nicht dazu, erstens haben wir in Kanada die Tiere viel näher gesehen und zweitens wollen wir erst einen Campingplatz suchen. Doch schon an der Einfahrt zum Platz prangert das Schild: FULL. Wir versuchen es trotzdem. Aber: FULL. In der Hoffnung Hilfe bei der Info von Tower Falls zu bekommen fahren wir zurück. CLOSED. Super, und nu? Der Bär ist immer noch DIE Attraktion, hunderte Fotos und Handys klicken. Wir fahren weiter zum nächsten Campingplatz bei Tower Roosevelt. CLOSED. Jetzt bleibt uns nur der etwa 45 minütige Weg nach Mammoth Hot Springs....

 

Die genervte Campingplatzsuche:

Wenn man gerade einen Campingplatz sucht, dann hat man ja vielleicht nicht allzu viel für die Landschaft über. Aber mein Mann scheint gar nichts dafür übrig zu habe. Er braust an den Bisons vorbei als ob Kühe auf der Weide stehen. Mich nervt das. Ich möchte gerne die Tiere sehen. Erst ertönt die Ausrede: "Da kommen noch mehr", dann "So schnell kann ich nicht bremsen." Es ist ja nicht so, dass man die rießen Tiere nicht von Weitem sieht. Jedenfalls., wo wir uns gerade anfangen so schön zu "zoffen", da beginnt auch der Kleine zu meckern. Sein Problem? Keine Ahnung, wahrscheinlich keine Lust mehr auf Autofahren. Ich will Bisons fotografieren. Der Kleine will raus aus dem Sitz. Papa will seine Ruhe. Alle quengeln. Halleluja! Bis Papa plötzlich doch bremst und im Wohnmobil wieder unbekannte Stille eintritt. Eine Runde Bisons schauen entspannt schlussendlich alle.

Die Campingplatzsuche eskaliert:

Gegen 16 Uhr erreichen wir Mammoth Hot Springs und das FULL leuchtet regelrecht über dem Campingplatz. Für uns ist es wie ein Faustschlag mitten ins Gesicht. Damit hatten wir Ende September nicht gerechnet. Im Visitor Center wollen wir uns vergewissern und werden wir mit der unausweichlichen Tatsache konfrontiert: der Campingplatz ist VOLL.

 

Schock. Wir setzen uns. Was jetzt? Immerhin gefällt es dem Kleinen. Er hat beste Laune, ist er doch eine der Attraktionen im Visitor Center. Der Papa nimmt´s gelassen surft auf facebook, was mich wiederum verärgert. "Was machen wir denn jetzt?", hake ich nach. "Viele Möglichkeiten bleiben uns ja nicht", spricht der Mann entspannt. Ha, das stimmt! Und so verharren wir noch einige Zeit in unserer Schockstarre.

 

Weit nach 17 Uhr verlassen wir den Yellowstone Nationalpark und erreichen Gardiner. Hier gibt es den Eagle Creek Campground. Wir hoffen hier einen Platz zu finden. Auf der Zufahrt kommt uns ein Camper entgegen. Kein gutes Zeichen, oder? Wir fahren langsam durch die Reihen - nichts. Alle Plätze belegt. Nervlich ziemlich am Ende und eigentlich völlig sinnlos entscheiden wir uns eine zweite Runde zu drehen. Mein Gesicht spricht wohl Bände, denn plötzlich kommt ein Mann an unseren Camper gerannt. Was will er nur? "You need a place for tonight?", fragt er. "YES!" Er bietet uns an neben seinen Camper zu stehen. Die Steine die uns vom Herzen fallen hört man vermutlich noch in Florida. 

Ein Abend mit unerwartetem Ausgang

Kaum eingeparkt trinken wir erst einmal ein Bier mit unseren Nachbarn. Das Lustige: es sind ebenfalls Deutsche. Sie kommen aus dem Ruhrpott und sind von Seattle über Bozeman hier hergefahren. Ein weiterer Nachbar ist Bob. Auch Bob setzt sich zu uns. Allerdings bleibt für ihn das Bier tabu. Bob ist Mormone und mit Ehefrau und Schwiegermutter unterwegs. Unser Kleiner sitzt mittendrin in seine Wippe und genießt einfach. Es wird ein wirklich herrlicher Abend. Definitiv einer der Abende mit deren Ausgang man so nie gerechnet hätte. Wir grillen, trinken und erzählen uns lustige und spannende Reise-Geschichten bis tief in die Nacht. 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0

Unsere Blogartikel erscheinen bei:

TopBlogs.de das Original - Blogverzeichnis | Blog Top Liste

 

Wir sind offizieller Outdoorblogger.
Top 10 Outdoorblog bei Familien.