Vom Strip zum Grand Canyon

Giftige Gäste, Waldbrand und die Frage nach der Uhrzeit...

 

Den Strip lassen wir schnell hinter uns. Auch Las Vegas ist nach ein paar Meilen recht schnell von der Bildfläche verschwunden. Aber nur von der Bildfläche, denn entfernen tun wir uns nur recht gemächlich. Es folgt eine gerade und kontinuierlich leicht bergaufführende Strecke - die Interstate 15 - Richtung St. George und der Kleinstadt Hurricane in Utah. Die Strecke ist uns wohlbekannt, bereits zwei Mal sind wir diese zum Zion Nationalpark gefahren, immer mit PKW. Aber schon da war es so, dass nach den ersten Metern die Euphorie über die "unendlichen Weiten" schnell verflogen war. Denn die Strecke ist unspektakulär und öde. Samu sieht das genau so und hält erst einmal ein Schläfchen. Die Mutter versucht es sich hinten bequem zu machen und der Fahrt dennoch etwas abzugewinnen.

Nach rund zwei Stunden verlassen wir den öden Interstate und steuern endlich auf Hurricane zu. Samu ist mittlerweile wach und guter Dinge. Sollen wir doch weiterfahren? Auf gut Glück irgendwo zwischen Hurricane und dem North Rim ein Campground suchen?  Es ist ja erst kurz nach 16 Uhr. Nein, 17 Uhr. Hä? 16 Uhr? Wieviel Uhr??? Wir sind verwundert.... Papas Handy schwört 17 Uhr, der Camper und Mutters Handy beharren auf 16 Uhr. 2:1 und Mutter hat ja fast immer recht... aber da war doch was... Klar, da fällt es uns ein! Wir sind nun in Utah und da ist tatsächlich schon 17Uhr. Mamas Handy hat im Flugmodus die Zeitverschiebung noch nicht mitbekommen. 17 Uhr - dann ist klar - wir bleiben! Wir fahren den Quail Creek Campground an und genießen dort den ersten Campingabend der Reise.

Zu späterer Stunde bekommen wir noch Besuch von zwei, sagen wir mal leicht giftigen Gästen. Dank Mutter die in Badelatschen nur Zentimeter daneben auftritt ("Was liegt da für ein Blatt?") bemerken wir die Anwesenheit der stacheligen Freunde überhaupt. Papa würdigt sie keines Blickes. Verlässt das sichere Wohnmobil nur noch mit Kampfansage und Schritten die auf der Richterskala einen Ausschlag erzeugen. Samu verschläft die Gäste zum Glück. Wahrscheinlich hätte er sie gleich per Handschlag begrüßt oder auch einen sofortigen Geschmackstest unternommen.  Das hätte problematisch enden können. Sie posieren hübsch und in Kampfposition für ein Bild. Kurzerhand überlegt Mama sich noch ob so ein Bild in Action nicht schlecht wäre... genügend Futter welches zum Fraß vorgeworfen werden könnte flattert ja rum... Aufgrund der  unbekannten Aggressionsfähigkeit und Giftigkeit der "Artgenossen" lässt sie es doch lieber bleiben.

Nach einer eher kurzen unruhigen Nacht - nein, nicht wegen der Gäste draußen; die erste Nacht im Wohnmobil ist immer wieder komisch (ungewohnte Geräusche, stockdunkel, ungewohntes Bett...) - machen wir uns irgendwann kurz vor Mittag - schon wieder kein Plan um wieviel Uhr genau - auf die Weiterreise. Es geht ewig über den Highway durch die karge "Wüstenlandschaft" bis nach Fredonia. Diesen Abschnitt verschläft Samu (verständlicherweise) nahezu komplett. Dann schlängelt sich der Highway hinauf nach Jacob Lake. Der RV keucht, der Fahrer auch und so wechseln wir uns mit dem Fahren ab.

Landschaftlich ist es wunderbar, dennoch hoffen wir bald am Ziel zu sein. Schließlich ist es schon früher Nachmittag. 14 oder 15 Uhr oder so? Ja gute Frage. Die Uhren sind wieder einmal unterschiedlicher Meinung. Wir auch und wo sind wir denn nun überhaupt? Egal. Ungeachtet dessen geht es durch die Wälder des Kaibab National Forest. Hier wird gerade der Wald abfackelt - unter Aufsicht. Kein Witz! "Managed Wildfire" - nennt man dies. Das ist ein Feuer welches einen natürlichen Auslöser hatte (in den meisten Fällen einen Blitzeinschlag) und dann von den Rangern sozusagen gemanaged/beaufsichtigt wird. Es wird also an bestimmten Stellen in seine Schranken gewiesen, frisst sich aber  sonst ganz natürlich durch den Wald. Dies dient dazu die Waldgesundheit wieder herzustellen. Solch ein Feuer wandert nämlich hauptsächlich über den Waldboden, so dass dieser "aufgeräumt" wird und die Bäume unbeschädigt bleiben.  Das findet selbst Samu spannend und schaut gebannt nach draußen während wir durch den teils dichten Rauch brausen. Wir kommen dem Feuer sogar so nah, dass wir ein Bild davon machen können. Krass! Oder auch Uuuiihhhh! - wie Samu befindet.

Wir erreichen den DeMotte Campground, einige Meilen vor dem Grand Canyon Nationalpark. Die Uhrzeit lassen wir erst einmal außen vor. Aber: wir sind in Arizona. Soviel ist sicher.

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