Vom Rocky Mountain Richtung Yellowstone Nationalpark

Langer Tag für Baby Samu im Wohnmobil

 

Die Nacht war, nennen wir es mal "frisch" gewesen, aber immerhin etwas erholsam. Auch wenn heute richtig viele Kilometer vor uns liegen, einen Rundgang über den Campingplatz im Rocky Mountain Nationalpark wollen wir uns nicht entgehen lassen. Für mehr bleibt bedauerlicherweise keine Zeit. Obwohl für die heutige Nacht nichts gebucht ist - zum Glück, wie sich noch rausstellen wird - wollen wir uns lieber zeitig, also noch vor Mittag, auf den Weg machen.

 

Mindestens 270 Meilen (ca. 430 Kilometer), maximal 490 Meilen (ca. 780 Kilometer) wollen wir heute zurücklegen. Sprich rund 4 bis 8 Stunden Fahrt. Bei der Planung hatte ich noch damit gerechnet locker die 490 Meilen bis Cody an diesem Tag zu schaffen, dass uns aber auch die 270 Meilen bis Casper schon bald wieder an unsere Grenzen bringen hätten wir nicht erwartet....

So lassen wir den sicherlich wunderschönen Rocky Mountain NP schnell hinter uns und schlängeln uns die Big Thompson Canyon Road in Richtung Loveland entlang, als mir urplötzlich Butter, Salami, Käse und ein paar Bierdosen um die Ohren fliegen. Die daraufhin ruckartig eingeleitete Bremsung meines Mannes - weil just eine Ausbuchtung an der Straßenseite ist - macht´s nicht besser. Kommen dann doch auch noch zwei große Flaschen Coke in den Fahrerraum gerollt. Servus :-) - da hat wohl wer den Kühlschrank nicht ordnungsgemäß verschlossen.... Mein Mann nimmt´s zum Anlass sich erstmal ein Brot zu schmieren - wenn die Zutaten doch grad schon da liegen.

 

Auch Baby Samu entscheidet sich kurzerhand einen Snack zu nehmen, sind wir doch eh gerade gemütlich am Essen. Bevor wir weiterfahren, wird der Kühlschrank doppelt gecheckt. Er ist zu. Zu.

 

Für die 40 Meilen nach Loveland vergeht bereits wieder eine gefühlte Ewigkeit. Wir sind auch definitiv länger als die von Google eingeplante eine Stunde unterwegs. Bevor es auf die Interstate Richtung Norden geht. Da bleiben auch noch zwei Minuten mehr Zeit bei Mc Donalds schnell einen Oreo Milchshake zu holen. Leider gibt´s keine Milchshakes, dafür marschiere ich mit einem großen Frappé zum Preis eines kleinen Michshakes - als Entschädigung - raus. Kalter Kaffée kann bei der Reise nicht schaden!

Die Route für den Tag: mindestens bis Casper wollen wir kommen...
Die Route für den Tag: mindestens bis Casper wollen wir kommen...

Auf der Interstate kommt man zügig voran - dachte ich. Doch mit einem so großen Camper ist das nicht der Fall. Maximal 60 mph können wir fahren. Nicht wegen der Geschwindigkeitsbegrenzung, sondern weil das Wohnmobil nicht viel mehr zulässt. Schon bei den angesprochenen 60 mph müssen wir uns anbrüllen um uns noch zu verstehen. Spätestens bei 65 mph ist keine Unterhaltung mehr möglich. Zudem macht es auch keinen Spaß mehr das Ding zu lenken. Mit dem Spaß ist es prinzipiell schon bei etwa 50 mph vorbei.

 

So fahren und fahren und fahren und fahren wir. Colorado und dann vor allem Wyomings Weiten machen es nicht wirklich spannend. Zu sehen gibt´s nichts. Wir sind angeödet, haben nur noch wenig Lust. Ich denke ich muss auch nicht erwähnen, dass der blaue Punkt auf meiner Karte im Handy wieder kaum vorwärts kommt. Und irgendwann hat dann auch Baby Samu wieder keinen Bock mehr auf den Autositz. Er schreit. Uns ist auch zum Schreien. Da wir jedoch noch ein gutes Stück vor uns haben, auch zum näher gelegenen Ziel, nehmen wir ihn raus aus dem Sitz. Ob unsere Lösung des Problems TÜV-sicher ist wissen, besser gesagt glauben wir, nicht. (Ja, ihr würdet gerne ein Bild sehen... vielleicht an anderer Stelle, denn der Shitstorm ist uns dann wahrscheinlich sicher ;) ) Aber: auf den Straßen ist ja kaum was los... und dem Kleinen gefällt´s. Also sind wir alle entspannt - wenn man das nach so langer Fahrt so nennen kann - und fahren weiter, und weiter, und weiter....

 

Wir fahren und fahren und fahren - natürlich mit kurzen Pausen für den Zwerg und unsere Beine - und erreichen nach 18 Uhr endlich Casper. Im offenen Wlan des Touristencenters - welches selbst schon geschlossen ist - suchen wir nach Campingplätzen. Hauptsache was für die Nacht. Und da wir kein Risiko eingehen wollen entscheiden wir uns für den KOA Bar Nunn. Hier sind tatsächlich genügend Stellplätze frei und wir haben eine gesamte Reihe für uns. Doch nach gut 7 Stunden Fahrt, obwohl wir nur die 270 Meilen-Etappe geschafft haben, wollen wir eh nur noch essen und dann ins Bett.

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