Von Denver in den Rocky Mountain NP - Stopp in Boulder

So nah und doch so fern

Wir fahren weiter. Ich setze mich auf die Bank zu unserem mal schlafenden, mal wachen Baby. Mein Mann freundet sich zusehends mit dem Gefährt an. Es läuft super, wir sind entspannt und positiv gestimmt unser Ziel zeitig zu erreichen. Doch die gute Stimmung verfliegt bald. Wir bewegen uns sehr langsam voran. Ich verfolge unsere Fahrt auf der Karte auf dem Handy, aber irgendwie tut sich nicht viel. Manchmal glauben wir, wir haben unsere Abfahrt Richtung Boulder, dem Ort vor dem Rocky Mountain Nationalpark, wo wir uns noch mit Nahrung und allem anderen eindecken wollten, bereits verpasst. Doch die Abfahrt kommt noch und wir verpassen sie tatsächlich. In die Einöde der Interstate vertieft verschlafe ich, als menschliches Navi, die Abzweigung. Glücklicherweise können wir an der nächsten Ausfahrt - dieses Mal problemlos und ohne Hubkonzert - wenden.

Endlich in Boulder angekommen, viel später als gedacht und geplant (etwa eine Stunde später!) - fahren wir zielstrebig  den ersten Supermarkt an. Obwohl die Amis ja gerne große Autos haben... unser Wohnmobil ist das größte und benötigt mehrere Parklätze.

 

Leider finden wir in diesem Supermarkt auch kein Bettbezug, Kissen und eine zusätzliche Decke für die Nacht (nein, das hatten wir aufgrund schlechten Bewertungen nicht gemietet). Außerdem war uns ja klar: in jedem Walmart bekommt man das für ein paar Dollar. Doch leider sehen wir keinen Walmart!

 

Wir fahren weiter und entdecken schließlich einen kleinen Walmart. Juhu! Doch zu früh gefreut. Es ist nur ein kleiner Neighborhood Market mit begrenztem Sortiment. Was wir brauchen gibt es nicht. Jetzt ist guter Rat teuer.

 

Wir parken den C30 einfach mal quer drüber über mehrere Parkplätze.
Wir parken den C30 einfach mal quer drüber über mehrere Parkplätze.

Verzweifelt quatsche ich auf dem Parkplatz den einzigen Mann an. Rein optisch ein nicht wirklich vertrauenswürdigen und angsteinflößender bulliger Typ welcher sein Auto repariert. Er überlegt kurz und schildert mir dann äußerst freundlich den Weg zum "Target". Den hatten wir auf dem Weg zum Walmart gesehen! Also zurück. 

 

Glücklicherweise werden wir im Target fündig: Bettbezüge, Kissen, Decken, Windeln, Feuchttücher und vieles mehr. Was haben wir vorhin eigentlich eingekauft?! Egal. Zum Glück ist uns während unseres Shopping-Vergnügen nicht wirklich bewusst wie weit es noch ist. Wahrscheinlich hätten wir es sonst nicht so ausgiebig genossen. Denn als wir den Target verlassen ist es schon nach 19 Uhr. Die Sonne geht unter. Unser Kind hat Hunger. Kein Problem im Wohnmobil, aber es braucht seine Zeit. 

 

Unsere Fahrt geht gegen 20 Uhr im Dunkeln weiter. Eigentlich wollten wir da schon lange am Ziel sein. Wir fahren und fahren, lassen Boulder hinter uns. Es wird einsam, kaum noch ein Auto unterwegs. Bald geht es steil den Berg hinauf. Unser 5-Tonner schnauft schwer. Sehr schwer. Er keucht förmlich. Wir tuckern dahin, Kurve um Kurve bis unser Zwerg erwacht und keine Lust mehr hat. Er will nur noch raus aus dem Sitz. Er zappelt und strampelt. Wir halten an. Was tun?

19:12 Uhr: Sonnenuntergang in Boulder auf dem Target-Parkplatz.
19:12 Uhr: Sonnenuntergang in Boulder auf dem Target-Parkplatz.

Nicht vorschriftsgemäß fahren wir weiter. Uns ist das jetzt aber egal, Hauptsache wir kommen endlich mal an. Egal wie - und früher sind auch alle so gefahren... Ja, zugegeben sind wir von der sehr lässigen Sorte. Aber bevor wir uns alle anbrüllen?! Immerhin schläft Baby Samu wieder und wir kommen unserem Ziel näher!

 

Endlich sind wir da! Mittlerweile ist es weit nach 22 Uhr! Mit einer Ankunft um etwa 18 Uhr hatten wir gerechnet, schließlich waren wir ja gegen 14:30 Uhr in Denver gestartet. Kein Mensch mehr an der Nationalparkeinfahrt oder der Rezeption. Auf der Platzübersicht entdecken wir unseren Camping-Spot: einen Pull-back (sprich: hier muss man rückwärts einparken). In totaler Finsternis ist das mit dem riesen Ding mal wieder nicht ganz so einfach. Ich winke meinen Mann auf den Stellplatz... und rumps.... übersehe einen Stein. Das hat uns gerade noch gefehlt, doch glücklicherweise machte es dem Camper nichts aus.

Alles bettfertig gemacht legen wir den Kleinen schlafen. Obwohl wir nach dem Tag wirklich fertig sind gehen wir noch nach draußen in Eiseskälte und genießen mit einem Budweiser in der Hand den wunderbar tollen Sternenhimmel. Die Lichtlein blinken, wir sind fasziniert und der anstrengende ist Tag schon fast vergessen.

 

Unser Schlafgemach für 15 Nächte im RV 30 von Cruise America
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