Porto bei Regen und mit Kleinkind

Porto - die Unscheinbare

Sanft tröpfelt der Regen auf unser Dachfenster. Ich liege daheim in meinem Bett und lächle erfreut. Ich lausche jedem einzelnen Tropfen ganz genau. Was ein Geräusch. Ich komme mir vor wie in unserem Maisonette-Apartment in Porto. Jeden Abend haben wir da im Bett dieses Geräusch gehört. Nicht nur sanft und leise. Oftmals lautstark, richtig lärmend und bedrohlich. Meist die gesamte Nacht über.

 

Aber nicht nur nachts prasselten die Regentropfen auf unser Dachfenster in Porto. Auch tagsüber plätscherte der Regen häufig gegen die Fensterscheiben. Dicken Wolken zierten fast durchweg den Himmel über uns. Und dennoch: Porto hat mich verzaubert.

 

Ein Wochenende im Regen

Eigentlich hatten wir uns erhofft ein warmes, sonniges erstes März-Wochenende in Porto zu genießen. Daraus wurde nichts. Es war zwar  warm, aber durchweg regnerisch. Genauer gesagt: die meiste Zeit regnete es. Eigentlich der absolute Horror bei einem Städtetrip. Doch trotzdem konnten wir Porto sehr genießen. Denn das "kleine" unscheinbare Porto zeigte uns schnell auf: hier kann man einfach mal machen.

 

So haben wir unsere fünf Tipps zusammengestellt, wie auch ihr Porto mit regelmäßigen Regenschauern genießen könnt:

 


1. Zuflucht im Bahnhof Sao Bento suchen:

Einen Bahnhof bei Regen aufsuchen hört sich weniger schön an. In Porto allerdings ist die Bahnhofshalle definitiv ein Hingucker. Denn rund 20 000 Kacheln zieren auf etwa 550 m² die Innenwände der Bahnhofshalle. Sie erzählen historische Geschichten der Stadt und zeigen auch verschiedene Schlachtszenen aus dem 14. Jahrhundert. Eine berühmte Szene ist beispielsweise die, in der der portugiesische Ritter Egas Moniz mit seiner Familie vor König Afonso VII von Leon und Kastilien büßerhaft niederkniet. Selten sieht man an einem Bahnhof so viele Leute mit Fotoapparat in der Hand stehen.

 

Zugegeben kein Highlight für Kids, aber es gibt ja auch Züge. Von dem Gebäude aus können auch die Züge bestens beobachtet werden. So tritt auch bei den Kleinen, während die Eltern sich für das Halleninnere interessieren, keine Langeweile auf.

2. Mit der Seilbahn fahren:

Eine Seilbahnfahrt und dann auch noch so eine kurze (gerade einmal rund 600 Meter) erscheint nicht unbedingt als wahnsinnig besonders, auch nicht bei Regen. Vor allem nicht für Familien aus dem alpinen Raum. Wer schon häufiger mit einer Gondel unterwegs war, wird sich sicherlich zwei Mal fragen ob eine Gondelfahrt in Porto sein muss. Zumal die Fahrt für Erwachsene nicht gerade billig ist (Hin- und Rückfahrt kosteten 9 € im Januar 2018). Unsere Antwort: Ja! Nicht nur weil man im Trockenen ist.

 

Die Seilbahn wurde im April 2011 eingeweiht. Sie verbindet das Stadtgebiet am Fluss, wo sich die Weinkellereien von Porto befinden, mit dem oberen Stadtteil an der Brücke Dom Luis I. Die Fahrt dauert etwa fünf Minuten. Die Kabinen transportieren bis zu acht Personen. Wir hatten im März bei Hin- und Rückfahrt eine komplette Kabine für uns.


Von der Gondel aus hat man einen wirklich tollen Ausblick auf den Fluss, die Dächer der Portweinkellereien, die Altstadt Portos und die berühmte Brücke Ponte Dom Luis I. Unser Zwerg hatte hierfür zwar weniger übrig, aber er liebte die Gondelfahrt über alles. Wenn es nach ihm gegangen wäre, hätten wir unentwegt "Bahn fahren" können. Aussteigen wollte er nach Hin- und Rückfahrt nicht, winkte enttäuscht den Gondeln hinterher und verteilte Handküsse. Definitiv war es für ihn DAS Highlight in Porto: Bahn fahren.

3. Eine Portweinkellerei besuchen:

Eine ausführliche Führung mit Kleinkind in einer Portweinkellerei machen? Bei Dauerregen sicherlich für Paare eine super Idee, aber mit kleinen Zwergen nicht einfach. Wer dennoch einen Einblick in eine Portweinkellerei erhalten und ein wenig von der Kellerluft schnuppern möchte, dem raten wir den Gutschein der Seilbahnfahrt zu nutzen. Mit diesem erhält man nämlich nicht nur einen Einblick in eine Kellerei, sondern kann auch noch ein Schlückchen Portwein im Trockenen probieren. Auch wenn dieser grobe Einblick definitiv keine richtige Führung ersetzt, ist es in den Gemäuern recht spannend und auch den Kleinen wird es zwischen alle den Fässern nicht sogleich langweilig. Und die Kleidung kann nebenher auch wieder ein wenig trocknen.

4. Mit dem Boot über den Douro schippern:

Wenn eh schon von oben Wasser herunterkommt, dann kann man sich auch gleich noch auf das Wasser begeben und eine Bootstour über den Douro machen. Am Cais da Ribeira, der Altstadt Portos, werden etliche Touren angeboten. Wir haben uns für die knapp einstündige "Brückentour" (15 € pro Erwachsener) entschieden. Hier fährt das Boot alle sechs Brücken entlang des Douro ab und man lernt Porto vom Wasser aus kennen.

 

Die Fahrt ist ganz nett. Für die Kleinkinder sind die Geschichten und Hinweise aus den Lautsprechern natürlich uninteressant. Dennoch tritt auch hier so schnell keine Langeweile auf. Gibt es doch auf und neben dem Boot genügend interessante Dinge zu beobachten und erkunden. Ein tolle Abwechslung zum reinen Stadtbummel und Sightseeing an Land.

Diese Tour haben wir unternommen*:


5. Dem Regen trotzen & sich treiben lassen!

Porto bei regnerischem Wetter zu besuchen ist leider keine Seltenheit. Denn Porto und Regen: gehört irgendwie zusammen. Trotzt dieser Tatsache, wenn auch Ihr Porto bei Regen besucht. Nehmt es hin! Lasst Euch treiben! Auch bei schlechtem Wetter werdet Ihr Porto so kennen lernen wie es ist.

 

Fazit: Porto im Regen mit Kleinkind.

Sicherlich ist Porto nicht die allerbeste Stadt für einen Städtetrip mit Kleinkind. Unser gemütlicher Spaziergang entlang am Quai hat bei uns mehrmals Herzstillstände verursacht, da es hier keinerlei Absperrungen zum Fluss hin gibt. Hin und wieder tänzelte unser Zwerg also nur zwei schwankende Schritte vom kalten Douro entfernt umher. Auch konnten wir nicht viele Spielplätze erkunden. Aber dennoch war es ein sehr angenehmer Städtetrip, denn Porto ist bei weitem nicht so touristisch wie Lissabon. Man wird hier nicht ständig von dem Gefühl bedrängt etliche Sehenswürdigkeiten erkunden zu müssen. In Porto kann man sich perfekt treiben lassen und alles genießen. Es ist eine sehr entspannte Stadt. Porto glänzt vielmehr von innen - vom Herzen der Stadt - heraus. Und wer das Herz der Stadt schlagen hört, der lernt auch Porto kennen.

Porto im Regen. Eine Reise nach Porto mit Kind maht auch im Regen Spaß. Die Highlight sind hier zusammengefasst.


Weitere Städtetrips:



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Kommentare: 6
  • #1

    Stefan (Donnerstag, 15 März 2018 08:42)

    Wow, das macht echt Lust auf mehr. Danke für die Tipps. Werde ich auch gleich meinen Freunden weiterleiten. Die fahren in diesem Jahr dort hin. Trotz der Regentipps hoffe ich auf Sonne für sie...;-)

    Wir selbst waren Portugal-technisch "nur" in Lissabon. Die Stadt führt übrigens derzeit unser Städtetour-Gesamtranking an: https://6inavan.com/reisen/portugal/lissabon-mit-kindern-traum-in-tram/ Ob Porto da mithalten könnte?

    Liebe Grüße, Stefan von www.6inavan.com

  • #2

    Jenny (Donnerstag, 15 März 2018 09:55)

    Regentipps sind für Familien ja immer superwichtig; da kann man nicht einfach im Café sitzen und quatschen, oder die Zeit beim Shoppen totschlagen. Porto sieht klasse aus, trotz Regen!

    LG
    Jenny

  • #3

    Kind im Gepäck (Donnerstag, 15 März 2018 23:36)

    Hallo Jenny, wir danken Dir! Porto macht definitiv auch etwas im Regen her und anschauen kann man auch einiges. Viele Grüße!

  • #4

    Kind im Gepäck (Donnerstag, 15 März 2018 23:39)

    Hi Stefan,
    Lissabon hatten wir vergangenes Jahr besucht. Im Januar und da es uns auch wunderbar gefallen. Es ist natürlich anders als Porto, auch wenn sich die Städte ähneln. Porto ist weniger touristisch, entspannter und eben viel kleiner als Lissabon. Kommt sicherlich auf jede Person selber an, was einem besser gefällt. Besuchen würden wir beide Städte wieder. Für ein kurzes Wochenende zum relaxten Sightseeing würde ich definitiv Porto bevorzugen.
    Viele Grüße von uns!

  • #5

    Susanne (Freitag, 16 März 2018 21:09)

    Ach wie lustig, ich war am gleichen Wochenende in Porto, wir sind dann nur Sonntag in den Nationalpark Peneda-Gerês weitergefahren. Wie ich sehe habt ihr wirklich das Beste draus gemacht. �

    LG Susanne

  • #6

    Kind im Gepäck (Freitag, 16 März 2018 23:35)

    Ernsthaft`? Das ist ja mal lustig :-D Da hätte man sich ja auf einen Café - unbekannterweise treffen können. Die Welt ist halt doch irgendwie klein. Unglaublich! Von dem Nationalpark haben wir auch gelesen, aber wollten die Zeit einfach in Porto verbringen. Ein ander Mal folgt der dann bestimmt auch noch.

    Es grüßen die Kind im Gepäck-ler

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