Reise-No-Go: Affen füttern in Südafrika

Von Affen ausgeraubt!

Manchmal, da sind Touristen leicht zu erkennen. Entweder anhand ihrer Kleidung oder aber anhand ihres ziemlich unpassenden Verhaltens. Oftmals ignorieren wir das Fehlverhalten einfach, schütteln den Kopf und schlagen imaginär die Hände vor´s Gesicht. In manchen (wenigen) Fällen müssen wir sicherlich auch mal schmunzeln oder gar herzlich in uns hineinlachen. Es gibt aber auch Momente die gehen zu weit. Da ist mehr als Fremdschämen angesagt. In unserem heutigen Beitrag: "Von Affen überfallen und ausgeraubt!" mussten wir mit dem Fehlverhalten Anderer klarkommen.

 

Ende September 2017 haben wir uns vier Nächte im Hluhluwe - Imfolozi Game Reserve in Südafrika aufgehalten. Einst war dieser Park bereits das Jagdrevier des Zulu-Königs Shaka. Gleichermaßen ist er der älteste Park in Südafrika. Hluhhluwe - Imfolozi ist nicht so bekannt wie der Krüger Nationalpark, er umfasst zudem "nur" 960km², aber der Park ist dennoch sehr gut besucht. Somit hat er wie alle Game Parks auch mit den typischen Problemen zu kämpfen: mit dem Verhalten der Menschen.

 

Vom freundlichen Affen...

Als wir im Mpila Camp ankommen werden wir von einer Horde Affen begrüßt. Zunächst finden wir die freundlichen Kumpanen sehr nett. Sie tollen um unser Auto herum, folgen uns zum Zelt, hüpften im Garten hin und her und sind der Fernseher für unseren Zwerg. Der findet die lustigen Kerlchen natürlich super und würde sich der munteren Gruppe sofort anschließen.

 

Als ich ins Auto gehe um die Essensvorräte zu holen werde ich schnurstracks von einigen Affen verfolgt. Während ich mich im Kofferraum befinde (wir hatten einen großen Hilux 4x4) kommt der Boss der Bande immer näher. Er steht auf die Hinterfüße, schaut, reckt die Nase in die Luft und spioniert mich regelrecht aus. Natürlich gibt das ein Bild zum dahinschmelzen ab. Meine Hand zuckt und würde so gerne etwas werfen. Aber ich weiß: das darfst du nicht! Niemals!


 

Beim Rückweg zum Zelt bröseln allerdings ein paar wenige, winzige Krümel vom Müsli aus der Tüte. Unfassbar wie schnell die Kerle hinterherhetzen und die Brösel einsammeln. Man kann die Krümel an einer Hand abzählen, die Affen allerdings nicht mehr. Sie stürmen aus allen Ecken herbei. Sie haben sozusagen "Blut geleckt". Definitiv sind diese wilden Kerle hier schon mehrfach gefüttert worden. Sie haben nun auch keine Scheu mehr direkt neben mir lang zulaufen. Ich erhöhe deshalb das Tempo, sichere die Tüte mit der zweiten Hand und bringe alles schnell in Sicherheit. Als die Bande merkt, dass hier nichts zu holen ist, verschwinden sie.

 

... zum hinterlistigen Dieb:

Doch bald und urplötzlich taucht die Bande wieder auf. Nämlich am übernächsten Morgen. Wir sind gerade mit dem Frühstück fertig und packen unsere Koffer. Obwohl wir nirgendwo Essen herumliegen haben kommen die Affen urplötzlich auf unsere Terrasse. Unser Zelt ist nicht vollständig verschlossen, da wir am Räumen sind. Ein kleiner Spalt ist offen und ich sehe plötzlich einen Affen darin verschwinden!

 

Ich hinterher, ab ins Zelt, dort treffe ich auf den Affen, welcher unsere Koffer inspiziert. Und dann geht alles ganz schnell. Während sich mein Mann mit unserem Kleinen in der Küche befindet, stürmen die Affen unser Zelt. Ich höre, wie sie über das Dach rennen, versuche derweil freundlich den Eindringling nach draußen zu befördern. Rums - es scheppert im Bad!

 

Ihr müsst wissen, die Tented Camps haben ein offenes Bad. Unsere Waschutensilien sind zwar in einer Tasche, doch als ich die Badtüre öffne, entdecke ich wie die Kerle die Tasche in der Hand haben....


Ich bin überfordert. Mehrere Affen belagern das Zelt. Und das von allen Seiten. Die Affen haben überhaupt keinen Respekt mehr. Sie wissen, dass es hier schon oft genug etwas zu holen gab. Ich bin deshalb nicht wütend auf die Affen und gebe ihnen auch keine Schuld. Ich verharre machtlos, mehr oder weniger abwartend.

 

Dann kommt mein Mann von außen an das Zelt heran. Das wird der Horde dann wohl doch zu brenzlig. Sie ziehen ab, nehmen aber einige Inhalte aus der mittlerweile geöffneten Badtasche mit! Glücklicherweise nicht weit, denn wir rennen hinterher und sammeln fast alles wieder auf der Wiese rund um das Zelt ein. Lediglich unser Fenestil-Gel und ein paar Pflaster sind und bleiben wohl auf ewig verschollen.

 

 

Fazit:

Es ist unglaublich was das Fehlverhalten der Menschen bei Tieren auslösen kann. Niemals würden die Affen ein Zelt stürmen und nach Essbarem suchen, wären sie zuvor nicht von Bewohnern der Zelte gefüttert worden. Wir hatten die "Zeltstürmung" übrigens am Tag zuvor bei den "Nachbarn" mitbekommen. Es ist mittlerweile wohl leider Gang und Gebe.

 

Ich finde das Verhalten sehr sehr schade. Schade vor allem für die Tiere. Da es "nur" die Affen sind, wird die Parkverwaltung dies wohl einfach im Auge behalten. Bei größeren Tieren wird allerdings gehandelt werden müssen. Sprich die Tiere werden ggf. daran glauben müssen. Muss das sein? Nein! Bitte hört auf wilde Tiere zu füttern! Auch Affen sind wilde Tiere! Und diese wilden Tiere können auch für Euch und Eure Familie gefährlich werden!

 

Wer Tiere füttern möchte der geht bitte in einen Streichelzoo und nicht auf Safari. Damit tut Ihr nicht nur Euch, sondern auch den Tieren einen ganz großen Gefallen.


 

Habt Ihr so etwas auch schon erlebt? Wenn Leute wilde Tiere füttern, habt Ihr dann schon eingegriffen? 

 

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Kommentare: 6
  • #1

    Christopher Heschl (Freitag, 05 Januar 2018 15:14)

    Hallo! :)
    Na da habt ihr ja was erlebt � leider denken die Touristen nie bei ihren Taten nach! �
    Ich hoffe ich erlebe nächste Woche nicht das gleiche in Thailand, denn da hab ich auch schon einige Affengeschichten gehört �
    LG

  • #2

    Michelle (Samstag, 06 Januar 2018 17:50)

    Ja, Wahnsinn.. da habt ihr ja nochmal Glück gehabt.
    Ich verstehe es auch nicht, dass sich Menschen einfach nicht an Verbote halten können
    oder einfach mal ihr Hirn einsetzen.. Letztens wurde hier in Singapur ein Kind vom Otter gebissen, weil die Touris keine Rücksicht auf die wilden Tiere nehmen. Die kriegen dann natürlich auch Angst und zeigen dann mal, wo der Hammer hängt.
    Und im Endeffekt sind die bösen, bösen Tiere dann wieder Schuld.. -.-

    Liebe Grüße!
    Michelle

  • #3

    Michael (Sonntag, 07 Januar 2018 09:51)

    Danke für den wichtigen Artikel. Wir haben auf Sri Lanka erlebt, dass die Schlafzimmer Fenster wegen der Affen vergittert waren und natürlich ist man tagsüber versucht, den niedlichen Tieren ein paar Brocken zuzuwerfen ....

  • #4

    Kind im Gepäck (Montag, 08 Januar 2018 17:36)

    Hallo Michael, das ist krass, dass deshalb die Fenster vergittert werden müssen... und traurig. Aber das mit der Versuchung kenne ich wie gesagt zu gut. Es ist leider sehr verlockend und man denkt sich: "Nur ! - das ist ja nichts." Leider aber doch. Einmal ist da schon verhängnisvoll :-(

  • #5

    Kind im Gepäck (Montag, 08 Januar 2018 17:38)

    Hallo Christoph, da sind wir gespannt! In Thailand ist das - soweit wir wissen - auch echt schlimm mit den Tieren. Oft werden die ja sogar für die Touristen angefüttert... Naja, jedenfall wünschen wir: einen wunderbaren Urlaub, viel Spaß und wenig bissige Affen!
    LGs

  • #6

    Kind im Gepäck (Montag, 08 Januar 2018 17:41)

    Liebe Michelle,
    vielen Dank für Deinen Beitrag. Das ist ja Wahnsinn mit dem Otter und so traurig. Leider wird das aber wohl so bleiben :-(
    Viele Grüße zurück von uns

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