Reise-No-Go: Keep Wildlife Wild!

Nah, näher,... viel zu nah!

Manchmal, da sind Touristen nur zu leicht zu erkennen. Entweder anhand ihrer Kleidung oder aber anhand ihres ziemlich unpassenden Verhaltens. Oftmals ignorieren wir das Fehlverhalten einfach, schütteln den Kopf und schlagen imaginär die Hände vor´s Gesicht.

Ok, in manchen (wenigen) Fällen müssen wir auch mal schmunzeln oder gar herzlich in uns hineinlachen.

Es gibt aber auch Momente die gehen zu weit. Da ist mehr als Fremdschämen angesagt. So wie unserem heutigen Beitrag:

"Keep Wildlife wild" - oder auch: "Wenn Eichhörnchen süß sind und Bison umarmt werden wollen..."

 

In jeglichen Nationalparks der Welt hängen sie. Die Schilder, welche die Touristen davon abhalten sollen den heimischen Tieren zu nah auf die Pelle zu rücken. Egal ob Fütterungs-Verbotsschilder oder Hinweistafeln, dass die Tiere sehr gefährlich sind - die Schilder werden oft einfach ignoriert. Und selbst die Warnungen der Ranger werden nicht ernst genommen. Man weiß es ja anscheinend besser....

Wir berichten Euch heute von zwei Erlebnissen. Eine Geschichte aus dem Grand Canyon Nationalpark und einmal aus dem Yellowstone Nationalpark. Beide sind für dieses Thema prädestiniert.

Die putzigen Tierchen vom Grand Canyon

Es gibt sie nicht nur am Grand Canoyn. In den USA rennen die Eichhörnchen, genannt squirrels, eigentlich fast überall herum. Von New York bis San Francisco - es gibt kaum ein Ort wo sie nicht anzutreffen sind! Jaaaa - sie sind total putzig und wir lieben sie auch. Ich freue mich jedes Mal wenn ich einem Squirrel begegne und zugegeben, bei der allerersten Begegnung war ich mir auch noch nicht bewusst wie "dumm" ich eigentlich war...

 

Auch ich habe das nette Tierchen an meiner Hand schnuppern lassen - sooooo süüüüüß! Nein - total gefährlich!!! Ja wirklich, denn die kleinen Nager sind gefährlich. Dessen sind sich allerdings wohl nur die wenigsten bewusst. Am South Rim haben wir einmal eine ganze Reihe, tatsächlich eine ganze Reihe (!!!), von Touristen sitzen sehen, die ihre Snacks - von Sandwiches bis hin zu Chips - an die Nagetiere verteilt haben. Nicht nur, dass sie damit die Tiere töten können - wohlgemerkt sind Chips und Mayo-Tunfisch-Sandwiches nicht die üblichen Nahrungsmittel eines Eichhörnchens - auch bringen sich die Personen damit selbst in Gefahr!


Die meisten Unfälle am Grand Canyon passieren...

...mit Eichhörnchen natürlich! Täglich bekommen die Tierchen jede Menge Hände vor´s Gesicht gehalten. Die meisten davon riechen auch noch außerordentlich lecker nach Wurst, Käse, Süßem oder sonst etwas. Klar, dass da der eine oder andere Nager nicht nein sagen kann! Hin und wieder schnappt also ein Nagetier zu. Das ist nicht nur äußerst schmerzhaft, sondern kann vor allem auch gefährlich sein. Denn die niedlichen, süßen Tiere sind Überträger zahlreichen, bei weitem nicht so tollen, Krankheiten. Sie können verschiedene Seuchen, Hantaviren, Tollwut und die Pest übertragen - um nur mal eine kleine Auswahl zu nennen.

Juhu - ich hab ein Selfie mit Bison!

Im Yellowstone Nationalpark begegnet man ihnen zwangsläufig: den Bisons. Die riesigen, bulligen Tiere haben uns recht schnell den nötigen Respekt eingeflößt. Doch definitiv haben eine Vielzahl der Yellowstone-Besucher überhaupt keinen Respekt vor diesen wilden Tieren. Das erlebten wir gleich mehrmals live und in Farbe.

Eine - beziehungsweise mehrere - unglaubliche Situationen erlebten wir am Old Faithful. Hier war ein Bulle direkt vor das Restaurant/Café gelaufen. Auf der Terrasse saßen natürlich einige Besucher. Die Herrschaften auf dem Bild wollten auch auf die Terrasse. Das Bison schien sie keineswegs zu beeindrucken. Die beiden liefen geradewegs darauf zu, der Mann natürlich immer die Kamera griffbereit.

Schafften sie es auf die Terrasse? Nein - sie noch von einem Ranger gestoppt! Er pfiff die beiden fluchend zurück und wies das Pärchen an von innen auf die Terrasse zu gehen.

 

Was der Ranger nicht gesehen hatte (und wir leider nicht auf Bild haben) ist, dass kurz zuvor ein Mann von der Terrasse heruntergesprungen war, sich VOR das Bison stellte und ein Foto von sich und dem Tier schoss!!!

Schade, dass das Tier nicht einmal den Kopf angehoben hatte. Der Herr wäre direkt wieder auf die Terrasse geflogen...


Nah, näher, ich kann es gleich streicheln....

Einen Tag zuvor hatten wir bereits eine andere unglaubliche Situation erlebt. An einem Picknickplatz hatten es sich ein paar Bisons gemütlich gemacht. Ein Bison stand ein wenig abseits der Herde, welche übrigens auch einige Jungtiere bei sich hatte, und graste vor sich hin. Nein, es hatte kein Schild umgehängt à la "Ich bin Modell. Fotografiert mich bitte". Doch zahlreiche Touristen sahen dies als Einladung an und stürzten sich regelrecht auf das Tier. Ja wirklich, kaum hatte sich der erste "Depp" auf den Weg gemacht folgten immer mehr Leute und umzingelten das Tier regelrecht.

Der Herr im vergrößerten Bildausschnitt schoss den Vogel ab. Er näherte sich dem Tier auf etwa drei Meter! Eine Asiatin (rechtes Bild) stand dem Herr fast in nichts nach. Sie umkreiste das Tier noch während sie Fotos machte. Glücklicherweise trafen auch hier sehr schnell Ranger ein, welche die Herren und Damen zurückbeorderten. Die meisten blieben von der Belehrung der Ranger jedoch total unbeeindruckt, spielten die Gefahr herunter und lächelten. Ihr Foto hatten sie ja nun im Kasten.

Fazit:

Wir müssen leider immer wieder feststellen, dass die Schilder und Warnhinweise von viel zu vielen Menschen ignoriert werden. Selbst die Belehrungen der Ranger bringen in den allermeisten Fällen nichts. Wenn alle Hinweise nichts nutzen, sollten endlich harte Strafen eingeführt werden. Erst dann, wenn es den Menschen an den Geldbeutel geht merken sie ihre Dummheit. Das ist zwar schade, aber letztendlich sind die Tiere die Leidtragenden.

 

Während die Kleintiere wie Eichhörnchen teils qualvoll verenden weil sie den "Dreck" der Touristen essen, müssen größere Tiere erlegt werden, weil sie auf Personen losgegangen sind. Dabei haben alle Tiere nichts falsch gemacht, sondern nur wir, die Menschen.....

 

Ihr wollte doch auch nicht, dass Fremde euch beim Essen fotografieren oder sich einfach auf eurer Terrasse sonnen - warum macht ihr es dann?

Deshalb: "Keep wildlife wild" und wahrt gegenüber den Tieren einen respektvollen Abstand!!!

 

Was waren Eure unglaublichsten Beobachtungen? Habt Ihr schon eingegriffen oder vielleicht jemanden "verpetzt"?

 

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Kommentare: 4
  • #1

    Anja (Freitag, 28 April 2017 23:56)

    Toller und gleichzeitig trauriger Bericht. Klar ist es toll ein Bison (ich glaube hier kann man unzählige Tiere einsetzen) vor die Kamera zu bekommen aber ich kann einfach nicht verstehen, warum sich die Leute, wenn sie solche Fotos haben möchten nicht einfach die entsprechenden Objektive kaufen und überhaupt, warum muss alles fotografisch festgehalten werden? Wenn ich ein seltenes Tier sehe, dann verhalte ich mich ruhig und freue mich einfach.
    Liebe Grüße Anja

  • #2

    Sabine von Ferngeweht (Samstag, 29 April 2017 16:23)

    Du sprichst mir aus der Seele! Bei solchen Dummheiten kriege ich jedes Mal soooo einen Hals. Meist sage ich dann auch was - wofür man oft nur blöde Antworten kassiert. Solche Idioten können mir echt den Tag verderben ...

  • #3

    Kind im Gepäck (Samstag, 29 April 2017 16:53)

    Liebe Anja,

    vielen Dank. Ja, die Tiere sind beliebig austauschbar und letztendlich läuft es immer auf das selbe raus. Leider nehmen viele die schönen Momente gar nicht wahr weil alles nur irgendwie festgehalten werden muss. Weil wir lieber genießen, sind sicherlich schon einige tolle Momente von uns leider nicht fotografisch festgehalten worden - aber was soll´s!

    Viele Grüße,
    Mel, Samu &Rolf

  • #4

    Kind im Gepäck (Samstag, 29 April 2017 17:00)

    Hey Sabine,
    oh ja, dass kennen wir. Wenn man was sagt, dann kommen - wenn überhaupt - blöde Sprüche oder Ausreden. Ganz schlimm wird es wenn Jungtiere noch darunter leiden müssen, da würde man am liebsten denen direkt eine verpassen (sorry, aber echt....)
    Liebe Grüße von uns!

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