Reise-No-Go Januar

Brandgefährlich!

02. Januar 2017: "Feuer durch Böller: Brände am Grünten und in Vorarlberg", das war in diesem Jahr die erste Meldung über einen unnötige ausgelöste Brände. Glücklicherweise konnten beide Feuer recht zeitnah unter Kontrolle gebracht und gelöscht werden. Das sah im Dezember 2011 bei einem Brand im chilenischen Nationalpark "Torres del Paine" ganz anders aus. Damals hatte ein Tourist durch sein Fehlverhalten ein verheerendes Großfeuer ausgelöst. Der junge Mann hatte Toilettenpapier, wohl trotz Brandgefahr, verbrannt. Über 13 000 Hektar Wald wurden dabei vernichtet. Ähnliches gelang einem deutschen Aussteiger im August 2016 auf der Kanareninsel La Palma. Auch er erleichterte sich, verbrannte das Klopapier und löste damit in Windeseile einen Waldbrand aus. Bei diesem Brand wurden rund 4 000 Hektar Waldfläche mit Teilen des Naturparks Cumbre Vieja in Mitleidenschaft gezogen.

Ein Waldbrand ist nach wochenlanger Dürre recht schnell ausgelöst.
Ein Waldbrand ist nach wochenlanger Dürre recht schnell ausgelöst.

Im diesmaligen Reise No-Go geht es um das Thema "Prevent Wildfire" - zu deutsch: Verhindere ein Lauffeuer! Nicht umsonst stehen beispielsweise in den USA oder Südafrika Schilder mit dem Hinweis wie hoch die aktuelle Feuergefahr ist.

Nur ein Feuerfünkchen reicht

Wie schnell sich ein Feuer entfachen kann haben wir schon live miterlebt. Auf einem Campingplatz in Kanada hatten die "Nachbarn" gerade ein Feuer entzündet. Ein plötzlicher, völlig  unerwarteter, Windstoß streute ein paar klitzekleine Funken auf wenige ausgedörrte Tannennadeln am Boden neben dem Feuerring. Urplötzlich flackerten daraufhin Flammen außerhalb der Feuerstelle auf. Glücklicherweise warf einer der Camper geistesgegenwärtig eine Decke darüber. So passierte nichts weiter. Außer, dass wir alle einen mächtigen Schreck bekamen.

 

Zu diesem Zeitpunkt herrschte keine Brandgefahr. Feuer machen war erlaubt. Die Camper hatten also keinen Fehler begangen.

Ein Windstoß, ein Funke - schnell brennt ausgedörrtes umgrenzendes Gras oder Gebüsch.
Ein Windstoß, ein Funke - schnell brennt ausgedörrtes umgrenzendes Gras oder Gebüsch.

Nicht aus dem Augen lassen

Manchmal, da geht es eben ganz schnell. Uns gab dieser Vorfall zu denken. Müssen wir uns - Hand auf´s Herz - selbst an die Nase fassen. Haben wir bis dahin nicht auch mal ein Feuer ein wenig aus den Augen gelassen oder sind müde in den Schlafsack gefallen bevor der wirklich aller letzte Funken erloschen war? Ja, das sind wir!  Wir geben es zu. Ist auf Campingplätzen aber auch nicht außergewöhnlich (was keine Ausrede sein soll!).

 

Wir sind seitdem jedenfalls vorsichtiger. Aber es gibt leider Ausnahmen die keine Warnung ernst nehmen...

Der "Smokey Bear" zeigt die aktuelle Brandgefahr an.
Der "Smokey Bear" zeigt die aktuelle Brandgefahr an.

 Feuer im "Valley of Fire"

September 2016 besuchten wir das wunderschöne "Valley of Fire" in Nevada (nordöstlich von Las Vegas). Bereits bei der Einfahrt hatte uns das Schild "Extreme Fire Danger" begrüßt. Papa schwante Böses... Und natürlich war auf unserem Campingplatz, dem Atlat Rock,  Feuer machen verboten. Mehrere Schilder wiesen darauf hin: "No campfire!" Der Ranger hatte eigens noch welche dazu gehängt.

Jedem, der die ausgedörrten Grasbüschel sah, sollte es eigentlich verständlich sein. Spätestens als am Abend noch ein sehr warmer Wind aufkam, hätten selbst Analphabeten oder Leute die der englischen Sprache nicht mächtig sind kein Feuer mehr gemacht. Doch es gab natürlich eine Familie die stolz ein Campfire machte. Selbst die Teens durften zündeln. 

Während Papa neidisch das Feuer bestaunte, viel Mama nichts mehr ein. Das konnte doch nicht wahr sein. Nach einigen Minuten hatten es noch weitere Camper bemerkt. Gerade als ich allen Mut zusammengenommen hatte ergriff typischer kräftiger Amerikaner die Initiative und marschierte zu der Familie. Es dauerte eine Weile und wohl erst als der Mann androhte den Ranger zu informieren wurde das Feuer gelöscht.

Der Atlatl Rock Campground im Valley of Fire.
Der Atlatl Rock Campground im Valley of Fire.

Fazit

Seid bitte vorsichtig im Umgang mit Feuer und achtet auf die aktuellen Hinweise. Sollte etwas unklar sein, fragt bei den Rangern nach. Es ist viel zu schnell etwas passiert was man dann eventuell nicht mehr unter Kontrolle bekommt. Gerade auf Campingplätzen in Nationalparks mit großem Baumbestand oder in den National Forests sollte doppelt acht gegeben werden. Geraten hier wie eingehend erwähnt mehrere Hektar Wald in Brand hat dies schlimmste Folgen.

 

Musstet Ihr auch schon auf das gelliebte Lagerfeuer wegen Brandgefahr verzichten?  Habt Ihr Leute gesehen die auch alle Warnungen ignoriert haben? 

 

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Kommentare: 4
  • #1

    Eva (Mittwoch, 25 Januar 2017 21:33)

    Vielen Dank für diesen wichtigen Artikel, eine gute Erinnerung, wie wichtig es ist, diese Hinweise ernst zu nehmen! Wir waren gerade im Torres del Paine, und die Spuren des Feuers dort sind echt immernoch verheerend!

  • #2

    Kind im Gepäck (Mittwoch, 25 Januar 2017 21:38)

    Ich danke Dir Eva!
    Eigentlich ist es selbstverständlich, aber irgendwie vergisst man es auch manchmal was ganz schnell passieren kann. Tja und leider sind einige ja wirklich leichtsinnig....
    Wahrscheinlich werden die Spuren im Torres del Paine noch ewig zu sehen sein...
    Viele Grüße von uns Dreien!

  • #3

    Martin (Mittwoch, 25 Januar 2017 22:59)

    13000 Hektar....unfassbar. Das kann man sich gar nicht vorstellen! Ich bin bei offenem feuer auch immer total vorsichtig und mache es nicht an Plätzen wo Material ist was sich entzünden könnte und immer ordentlich aus machen!!!

    Liebe Grüße,
    Martin

  • #4

    Kind im Gepäck (Donnerstag, 26 Januar 2017 14:59)

    Hallo Martin,
    ja das ist unfassbar. Und alles nur weil jemand ein dringendes Bedürfnis hatte und die Spuren "verwischen" wollte - unglaublich.
    Grüße zurück und besten Dank für einen Kommentar!
    Mel, Samu & Rolf

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