Begegnungen dank Baby

Menschen Kennen lernen

 

Mit Babys und Kleinkinder erlebt man immer wieder Begegnungen die einem ohne Kind so nie passiert wären. Die können peinlich oder lustig sein. Aber vor allem sind sie eines: informativ und spannend. Denn man lernt Leute kennen; Personen die man sonst nie kennen gelernt oder überhaupt wahrgenommen hätte. Denn Babys und Kleinkinder kennen im Gegensatz zu uns noch kein Vorurteile gegenüber fremden Menschen. Sie lächeln die Personen einfach an und gehen auf sie zu.

Kennt Ihr das? Wir eilen durch den Flughafen. Wir haben maximal die Uhr im Blickfeld. Wir suchen unser Gate. Wir suchen Aufzüge um mit dem Kinderwagen die Treppen zu meiden. Wir tragen unser Handgepäck in der einen Hand, die Bordkarten und Pässe in der anderen. Wir haben aber kaum einen Blick für die Menschen um uns herum übrig. Höchstens sie stehen uns im Weg. Das ist nicht nur am Flughafen so, sondern auch im Supermarkt oder sonst wo. Irgendwie schade, oder?

Seitdem wir mit Samu reisen passiert uns aber genau in diesem hektischen, unpersönlichen Momenten plötzlich noch etwas ganz anderes: ein Lächeln. Ein Lächeln völlig fremder Menschen. Sie verharren für einen Moment und haben ganz unerwartet ein nettes Lächeln übrig. Für unseren Sohn Samu.  Denn egal wie hektisch, egal um welche Uhrzeit, egal woher die Menschen kommen - Samu lächelt aus seinem Kinderwagen einfach immer all jene an die unseren Weg kreuzen. Und genau das beschert uns immer wieder diese schönen, positiven und  interessanten Reise-Begegnungen. Momente, die wir ohne den kleinen Zwerg an unserer Seite so definitiv nicht erlebt hätten. Und bei jeder Reise kommen glücklicherweise neue tolle Momente hinzu. Folgend habe ich einige Situationen zusammengefasst:  

Samu liebt es im MIttelpunkt zu stehen.
Samu liebt es im MIttelpunkt zu stehen.

Begegnungen mit Herz

 

Da haben wir die Damen vom Sicherheitscheck am Flughafen Stuttgart. Sie wirkten genervt, bis wir an der Reihe waren. Samu zauberte gleich der Ersten ein breites Lächeln ins Gesicht, dann der Kollegin. Die war sofort völlig hingerissen: "Mein Tag ist gerettet", lächelte sie und schaute mich überglücklich an: "Wie lieb."

Sie berichtete mir wie chaotisch ihr Tag begonnen hatte und wie stressig es bisher war. Doch dank dem süßen Lächeln von Samu so sagte sie, sei ihr das egal. Sein Lächeln sei so liebenswert, dass ihr Tag jedenfalls gerettet sei. Sie winkte noch die Kollegen herbei. Samu gab sein Bestes, schenkte allen sein herzlichstes Lächeln, machte "winkewinke" und die Sicherheitsbeamtinnen warfen Küsschen durch die Luft. Sie kramten in ihren Taschen nach etwas Süßem. Uns war das peinlich. Doch sie wollten dem kleinen Kerl unbedingt auch etwas Gutes tun. Erst nach unendlichem "Winkewinke" und 1000 Küsschen kamen wir weiter. Schöner kann eine Reise kaum beginnen.

 

Ganz ähnlich in einem Supermarkt in Denver/USA: Wir stehen vor dem Kühlregal. Völlig unerwartet lachte Samu lauthals neben uns auf. Wir drehten uns um und blickten auf zwei winkende und bis über beide Ohren strahlende Mitarbeiterinnen des Supermarkts. "He is sooo cute!", "What a cuty" und "Ohhhs" und "Ahhhs" in den verschiedensten Tonlagen schallten durch den Markt. Immer mehr Damen kamen vorbei - uns wird´s wieder fast peinlich. Dann begannen einige von ihren Kindern oder Enkeln zu erzählen. Sie berichteten von schlaflosen Nächten, von Einschulungen, von Freunden und Hochzeit. Als wir den Markt verließen fühlten wir uns, als wenn wir alle Mitarbeiterinnen persönlich kennen und etwas Gutes getan hätten.

Dann war da noch die Rückgabe des Campers in Kapstadt: Kaum hatten wir das Wohnmobil geparkt versammelte sich nahezu das komplette Team um unser Fahrzeug und hieß uns oder besser gesagt Samu herzlichst Willkommen. Wir kamen nicht mal dazu Samu selbst aus der Babyschale zu nehmen. Er wurde uns regelrecht entrissen und gebusselt und geknuddelt und letztendlich von den Damen auf kurze Zeit "entführt".  "Let him here", werden wir liebevoll angefleht. Im Gegenzug ließen wir wenigstens ein paar Decken, Feuerholz und anderen Kleinigkeiten als Geschenke zurück.

Wiederum am Flughafen, dieses mal in Las Vegas, wollten wir uns gerade in die ewig lange Schlange vor der Sicherheitskontrolle einreihen. Genau in diesem Moment lächelte Samu die entscheidende Dame an. Die verfiel ihm natürlich mit einem lauten "Sweet Boooooy". Nach typischem amerikanischem Small-Talk wurden wir von der Dame mit einem breiten Lächeln an die ganz kurze Schlange - eigentlich nur für First-Class oder Rollstuhlfahrer - geschickt. Mit einem freundlichen Kind hat man also auch mal einen Vorteil.  

Einige können sich vielleicht noch an unsere Geschichte von "Carl - dem Housekeeper" aus Beatty erinnern. Der hatte sich innerhalb von Sekunden - "Isch liebe ihn" - in den lächelnden Zwerg aus Deutschland verliebt und ihm sofort jeden Wunsch von den Lippen abgelesen.

Baby als Herzensöffner 

Ich könnte noch einige Begegnungen aufzählen die wir ohne Samu so definitiv nicht erlebt hätten. Begegnung die man - man muss eigentlich sagen leider - ohne ein Kind nie gehabt hätte. Und wieso? Weil wir meistens viel zu sehr mit uns selbst beschäftigt sind und die Menschen um uns herum gar nicht wahrnehmen. Und natürlich auch weil wir viel zu oft Vorurteile gegenüber fremden Menschen und manchmal auch deren Kulturen haben. Wir begegnen dem Gegenüber einfach nicht so offen und unvoreingenommen wie ein Baby oder Kleinkind. Wir stecken die Personen die wir treffen sofort in eine Schublade. So hätten wir die unscheinbare Supermarktverkäuferin mit der Zahnlücke wahrscheinlich nie wahrgenommen - Samu schon. Die kräftige etwas "verwilderte" Flughafen-Mitarbeiterin hätten wir vielleicht am liebsten übersehen - Samu nicht. Carl, der sehr schlanke, grauhaarige Kerl in der engen Radlerhose: wir waren im ersten Moment verwundert und zugegeben etwas erschrocken von ihm. Doch dank Samu lernten wir sein Herz kennen und ihn irgendwie auch lieben. Dank Samu durften wir all diese Menschen ein klein wenig näher kennen lernen und etwas über sie erfahren was wir sonst nie erfahren hätten.

All diese Begegnungen haben sicherlich nicht nur Samus sondern auch unser Leben ein klein wenig bereichert. Ist das nicht schön?! Sollten uns diese Geschichten nicht ein wenig zum Nachdenken animieren? Ich finde schon. Wir sollten ein wenig offener durch das Leben gehen und uns manchmal einfach erst einmal auf das Gegenüber einlassen. Vielleicht hat es ja eine wunderbare oder auch interessante Geschichte zu erzählen.

 

Erzählt uns von Euren Begegnungen? Habt Ihr dank Kind(er) Menschen kennen gelernt, welche Ihr sonst nie kennen gelernt hättet?

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