Zeitverschiebung

TiCk Tack - Wieviel UHr ist es?

 

Wer nicht innerhalb Europas oder ins südliche Afrika verreist, der bekommt mit ihr zu tun: der Zeitverschiebung.  4, 6, 9 oder noch mehr Stunden können da, je nach Reiseziel, auf einen zukommen. Für viele Eltern ein absolutes Grauen: ein total fittes Kleinkind mitten in der Nacht oder ein ständig schlecht gelauntes Babys am helllichten Tag?! Bei 14 Tagen ist das nur stressig, oder? Wie soll da noch Urlaubsfreude aufkommen? Und vor allem, wie gewöhne ich das Kleine an die neue Zeit?  Die Fragen sind berechtigt, aber seid beruhigt, vor allem Baby stecken die Umstellung besonders einfach weg. Und auch Kleinkinder haben damit viel weniger Probleme als gedacht. Wie immer gilt: man sollte nur richtig darauf vorbereitet sein.  

In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurden die Uhren umgestellt. Dankbarerweise hatten wir daher eine Stunde mehr Schlaf - oder auch nicht. Das trifft wohl auf fast alle mit Kleinkind zu. Denn die Kleinen kennen schließlich noch keine Uhrzeit und schon gar keine Umstellung von Sommer- auf Winterzeit. Somit hieß es für viele in der Früh: raus aus den Federn! Und spätestens am frühen Abend ging dann das Gequengel los weil der Nachwuchs todmüde war... Und das alles wegen 60 Minuten. Wie soll das erst bei einer viel größeren Zeitverschiebung in einem fernen Reiseland werden? Gar nicht so schlimm kann ich Euch sagen!

Babys sind noch in der Lage immer und überall schlafen zu können.
Babys sind noch in der Lage immer und überall schlafen zu können.

Babys (nicht vorhandenes) Zeitgefühl

 

Wenn die Kleinen auf die Welt kommen haben sie noch keinerlei Zeitgefühl.  Zwar lernen sie nach und nach durch die von den Eltern eingeführten Rituale einen Tagesablauf kennen, mehr aber noch nicht. Beim Verreisen ist dies sehr praktisch. Da sich das Baby in den ersten Lebensmonaten hauptsächlich eben nach diesen Ritualen und einfach seinem Hungergefühl orientiert ist den Zwergen die Uhrzeit nämlich total egal.

 

So hatten wir bei unserer ersten großen Reise - der Kleine war 5 Monate - und einer Zeitverschiebung von 8 Stunden keinerlei nennenswerte Probleme. Obwohl bei der Ankunft in Houston (USA) mittags um kurz nach 14 Uhr (Deutschland kurz nach 20 Uhr) eigentlich Schlafenszeit war und er natürlich erst einmal auch einschlummerte, wachte er auch ohne Genörgel bald wieder auf. Schließlich waren Mama und Papa ja auch noch aktiv, es war hell und es deutete nichts auf Schlafen hin. Bis zum Abend konnten wir ihn wach halten und dann fast wie gewohnt schlafen legen. Auch in der Nacht meldete er sich nur einmal - zur deutschen  (verspäteten) Frühstückszeit eben. Dann schlummerte er weiter. In der nächsten Nacht wachte er zwei Mal auf und in der vierten Nacht schlief er wie zu Hause bereits wieder durch. Tagsüber hatte er überhaupt keine Probleme. Im Gegensatz zu Papa hatte er die Zeitverschiebung also problemlos gemeistert. Warum?

 

Wir haben einfach unsere Routine von zu Hause beibehalten. Wir haben den Knirps zu den gleichen Zeiten versucht zu füttern (er wurde noch gestillt) und schlafen gelegt. Da die Kleinen in den ersten Lebensmonaten ihre Schlaf- Wachphasen ja sowieso noch häufiger ändern, haben sie auch mit dieser Änderung kaum Probleme und passen sich viel leichter an als wir. Außerdem haben Babys zum etwa sechsten Monat auch noch keine "innere Uhr".

 

Zeitverschiebung beim Kleinkind

 

Je älter die Kleinen werden umso mehr sind sie natürlich ihren Tagesablauf gewöhnt. Sie haben einen geregelten Wach-Schlafrhythmus, den sie gerne beibehalten. Das kennen wir von uns selbst. Vor allem wer tagtäglich strickt nach diese Rhythmus lebt tut sich schwer etwas zu ändern. Dennoch lassen sich mehrere Stunden Zeitverschiebung fast einfacher meistern als die 60 Minuten bei der Zeitumstellung. Weshalb?

 

Ganz einfach. Die Stunde ist für uns selbst nicht wirklich wahrnehmbar. Prinzipiell bleibt ja alles gleich für uns und unseren Tagesablauf. Auch ein Kleinkind kann hierbei keinen wirklichen Unterschied feststellen. So versuchen wir den Nachwuchs eben in langsamen Schritten an die Winterzeit (oder Sommerzeit) zu gewöhnen. Bei einer Reise ist das etwas ganz anderes.  Gerade große Zeitverschiebungen lassen sich aber ganz gut meistern.

 

Bei unserer vergangenen Reise nach Las Vegas hatten wir es mit 9 Stunden zu tun. Nach unzähligen Stunden Reisezeit sind wir am frühen Abend (also mitten in der Nacht in der Heimat) am Flughafen angekommen. Bis wir den Mietwagen abgeholt hatten, im Hotel eingecheckt haben und dann noch kurz einkaufen waren, war bereits die neue Orts-Bettgehzeit angebrochen. So konnten wir ihn wie zu Hause ins Bett bringen. Natürlich war er bis dahin nicht durchgehend wach gewesen, er hatte nach Ankunft etwas geschlafen, aber nicht viel - zum Glück. So schlief er todmüde ein und wachte erst am frühen Morgen (fast Mittagessenszeit zu Hause) auf. Da aber alles stockdunkel war und wir auch weiter schliefen,schlummerte er, nach einem Fläschchen, ebenfalls wieder ein. Gleich am nächsten Tag starteten wir mit unserem Programm und richteten uns komplett nach der Ortszeit. Bereits in der dritten Nacht war alles wie zu Hause. 

Der Mittagschlaf ist wichtig: für das Kleinkind und den Papa.
Der Mittagschlaf ist wichtig: für das Kleinkind und den Papa.

Tipps - Wie es mit dem Jetlag beim Kleinkind klappt!

 

Entgegen einiger Experten-Meinungen muss ich vorweg sagen, dass eine schnelle, "harte" Umgewöhnung einfacher ist, als eine sanfte. Während geraten wird die ersten Tage geruhsam - wegen der Zeitverschiebung - anzugehen - sag ich: bloß nicht! Je mehr die Kleinen und Ihr erlebt umso weniger habt Ihr die Zeit im Kopf. Klar sollte man sich nicht zu viel aufbürden, aber definitiv nicht faul am Pool abhängen. Damit stellt ihr überhaupt nichts um.

Vorweg sei noch erwähnt, dass reisen gen Westen einfacher zu verkraften sind. Wer selbst also stark an Jetlag leidet, sollte vielleicht lieber Richtung der amerikanischen Kontinente reisen als Richtung Asien. Hier nun meine Tipps für Euch:

  • Mahl- und Schlafenszeiten sofort an die neue Ortszeit anpassen (so gut wie möglich, ggf. kleine Zwischensnacks einführen bis es passt)
  • Tagesrituale von zu Hause übernehmen
  • Aktiv sein und zu den üblichen Wachzeiten viel unternehmen
  • Nachts alles abdunkeln, damit es zur Schlafenszeit auch wirklich dunkel ist
  • Beim Mittagschlaf ruhig mit hinlegen - ist manchmal auch für einen selbst ganz gut - aber Kind nicht zu lang schlafen lassen, falls man bemerkt, dass es aufgrund der Zeitverschiebung bspw. in den Nachtschlaf verfällt.
  • Kleinkind anfangs evtl. mit ins Bett nehmen, das beruhigt und versprüht die nötige Ruhe
  • Je nach Reiseziel: nicht zu viel im Flieger schlafen - sonst besteht am Zielort evtl. nicht die nötige Bettschwere.
  • Flugzeiten beachten: Oftmals bieten sich viele verschiedene Uhrzeiten am Zielort anzukommen. Wir haben uns bspw. extra für einen späteren Flug nach Las Vegas entschieden, damit der Tag nicht mehr zu lang ist. Wer früh in Deutschland startet und früh ankommt hat einfach einen extrem langen Tag. Plant das ein!

Übrigens: die Zeit einfach schon Tage oder Wochen vorher versuchen umzustellen klappt nicht. Ich hatte das mit und ohne Kind ansatzweise versucht. Es ist einfach zu kompliziert und Sonne und Mond machen da leider ja dann auch nicht mit.....

Was habt Ihr schon für Erfahrungen mit euren Kleinen gemacht? Schreibt mir doch oder erzählt uns wie Ihr das immer so handhabt. Wir sind gespannt!

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