Vom Grand Canyon zum Valley of Fire

"Blinde" Polizisten

 

Den Weg vom Grand Canyon zurück nach Las Vegas beschlossen wir in einer Tour durchzuziehen - zumindest fast. Nachdem wir gut bis Hurricane (wo wir bei der Hinfahrt gestoppt hatten) durchgekommen waren, Samu bisher einen Großteil der Fahrt verschlafen hatte und die Uhr erst 12 - ok erst 13 Uhr Ortszeit Hurricane/Utah - aber 12 Uhr Las Vega/Nevada-Time zeigte, beschlossen wir nach einem gemütlichen Stopp bei "Wendy´s" (Schnellrestaurant) ins Valley of Fire weiter zu fahren. Das war bereits einmal auf unserer Liste gestanden, aber damals hatte es für einen Besuch nicht mehr gereicht. Jetzt war ein guter Zeitpunkt dort hinzufahren. Neue, eigens für RVs angelegte Campsites, waren angelegt worden - das musste unser Schlafplatz für die Nacht sein.  Was wir da noch nicht wussten: die Fahrt sollte auf den letzten Kilometern noch recht nervenaufreibend werden.

Valley of Fire
Das Valley of Fire im Abendlicht

Kurz vor dem Valley of Fire State Park, in der Ortschaft Overton, legen wir noch einen Einkaufstopp ein. Da es von hier gerade einmal noch 10 Meilen bis zum State Park sind darf Samu zu Mama auf die Rückbank sitzen (Jepp - unverantwortlich). Jedenfalls erreichen wir nach wenigen Minuten die State Park-Grenze und sind sofort begeistert. Wow - so toll haben wir uns das Valley of Fire zugegebenermaßen nicht vorgestellt. In der späten Nachmittagssonne leuchten die roten Felsen so knallrot, dass sie fast schon angemalt aussehen. Sie scheinen zu  brennen - Valley of Fire eben. Definitiv ein sehr gute Wahl hier herzukommen. Samu ist auch ganz begeistert und starrt auf dem Fenster - uuuiiihhh!

Uiiihhh - trifft es auf den Punkt. Direkt hinter einer Kurve blinkt uns tänzelnd Blaulicht entgegen. Papa muss in die Pedale treten und Mama bleibt fast das Herz stehen. Ein Polizeiauto versperrt die Weiterfahrt. Der Officer daneben hat uns schon wahrgenommen und kommt langsamen Schrittes in unsere Richtung. Nee, der will doch jetzt nicht wirklich zu uns??? Doch natürlich will er. Die Hände in die Hüfte gestemmt kommt er näher und näher und näher und ich frage mich was jetzt gleich passiert. Samu nicht im Kindersitz, spielend neben mir auf der ausgezogenen Bank und nun total begeistert von den blinkenden Lichtern da vorne... da macht es eigentlich auch nichts mehr, dass ich nicht einmal angeschnallt bin. Nichtsdestotrotz versuche ich unseren Kleinen schön "flach" und ruhig zu halten. Aber macht das mal bei einem 16-monatigen Kleinkind welches gerade draußen blinkende Lichter entdeckt hat.  "Hi Sir!", sagt der Polizist ohne die Miene zu verziehen. Mama bleibt stumm und versucht erst gar nicht angeschnallt zu wirken (bei der Sitzposition eh unmöglich). Papa versucht´s mit einem lockeren kurzen "Hi!" Der Polizist erklärt, dass die Weiterfahrt gerade nicht möglich ist und es ein paar Minuten dauern wird. Dann wirft er noch einen Blick auf den leeren Kinder-Autositz der die Beifahrerseite schmückt. "I´m sorry", sagt´s und dreht tatsächlich ab. Vor lauter Nervosität springt Mama auf und läuft planlos nach hinten... und dann wieder zurück an ihren Platz. Papa bleibt unbewegt und kommentarlos sitzen. Und Samu versucht natürlich immer noch die tollen Lichter zu sehen. Der Officer spricht unterdessen in sein Funkgerät. Dann kommt er erneut in unsere Richtung, wirft noch einmal einen Blick in unseren Camper, und erhält ein freudiges Lächeln unsererseits. Auch der leere Kinder-Autositz lächelt ihm freundlich zu. Er nickt, dann steigt er in sein Auto, fährt los und winkt uns ebenfalls weiter zu fahren. Oder sollen wir ihm folgen? Er tritt ganz schön auf´s Gas, während Papa brav die Geschwindigkeitsbegrenzung einhält. Die Anspannung will nicht so recht abfallen. Lauert er uns wo auf? Zieht uns eine Kollege raus? Bekommen wir noch ein Knöllchen? An einer Parkbucht steht plötzlich sein Auto. Wir halten die Luft an: was jetzt wohl passiert? Nichts. Keiner springt uns plötzlich vor das Wohnmobil, kein Wagen folgt uns mit Sirenen oder Blaulicht (wobei Samu das sicherlich toll gefunden hätte - uuuiiihh). Wir sind erleichtert als wir endlich den Atlatl Rock Campground erreichen.

Nach einer kurzen Pause auf dem Campingplatz - von dem Schock (ja, wir sind selbst Schuld) mussten wir uns erst erholen - brechen wir dennoch noch einmal auf. Die Landschaft ist so toll, das müssen wir uns noch etwas genauer anschauen. Wir packen Samu nun in seinen Sitz. Zurecht. Kaum haben wir den Campingplatz hinter uns gelassen steht schon wieder ein Polizist auf der Straße. Der interessiert sich allerdings für das Auto auf der anderen Straßenseite. Puh, was ist hier nur los? Wenige hundert Meter weiter treffen wir sogar wieder auf unseren "Polizisten-Freund". Das gibt´s ja nicht! Auch wenn Samu nun im Sitz sitzt sind wir sehr dankbar, dass er ebenfalls mit den Autos auf der gegenüberliegen Fahrbahn beschäftigt ist.

 

Wir machen uns noch auf zum Rainbow Vista Trail. Da die Sonne bereits untergeht sind wir ganz alleine hier. Kleinkind Samu liebt es im roten warmen Sand zu  sielen. Wir laufen den Trail daher nicht mehr komplett und genießen den Rest des Abends auf unserem nahezu einsamen Campingplatz.

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