Wildes Afrika

Interview mit den Jungs von Wildes Afrika

Fridolin und Elke bereisten mit ihren beiden Söhnen schon das südliche Afrika als diese noch Kleinkinder  waren. Auf ihrem Blog "Wildes Afrika" berichten  mittlerweile alle vier von ihren interessanten Erlebnisse, überwältigenden Eindrücken und spannenden Geschichten. Der Blog ist ein Familien-Projekt. Das gefällt uns von Kind im Gepäck super. Deshalb  haben wir  die beiden Jungs, Florian (15) und Fabian (13), im Interview zu ihren Südafrikareisen befragt.

Fridolin, Elke, Florian und Fabian von "Wildes Afrika"
Fridolin, Elke, Florian und Fabian von "Wildes Afrika"

Florian, Fabian - ihr reist seit 13 beziehungsweise 10 Jahren ins südliche Afrika. An eure allererste Reise könnt ihr euch aber nicht mehr erinnern, oder?

Florian: Nicht wirklich, nur von Bildern. Ich war zwei Jahre und mit meinem Vater drei Monate in Kapstadt. Meine Mutter hat gearbeitet und uns für vier Wochen besucht.
Fabian: Ich bin heute 13 Jahre alt. Wir haben so viele Reisen im südlichen Afrika gemacht und ich habe noch viele Erlebnisse im Kopf, aber ich kann nicht mehr genau sagen bei welcher Reise was war.

An welches Ereignis könnt ihr euch erinnern? Wisst ihr noch ob euch damals etwas beeindruckt hat?
Florian: Ich fand es cool, dass es Abwechslung zwischen Safari und Dachzelten, Lodges und Stadt gab. Einmal im Off und dann wieder mittendrin.
Fabian: Für mich waren viele Sachen die wir erlebt haben cool. Etwas besonderes war das Okavango Delta. Im Moremi Nationalpark haben wir so viele Tiere gesehen wie nie. Wir haben aus Spaß eine Strichliste geführt, die war sehr lang. Am Abend haben wir beim Grillen über unsere Tierbeobachtung gesprochen und dabei gar nicht bemerkt dass eine Hyäne direkt neben uns am Auto stand. Das war ein Schreck! Sie hat nur geschaut ob es etwas zu holen gibt. Vom Dachzelt aus haben wir die Hyäne später noch beobachtet als sie über den Platz lief und anschließend am Waschbecken das Metallgeschirr zerbissen hat um an Wasser zu kommen. Dazu hab ich auch was geschrieben. (Fabian´s Bericht "Minecraft vs. Wildnis" gibt´s hier.)

Eine Tüpfelhyäne.
Eine Tüpfelhyäne.

Ist es für euch noch etwas Besonderes nach Südafrika in den Urlaub zu fliegen?
Florian: Ja, weil es immer noch was Neues zu entdecken gibt und wir immer wieder auch Neues ausprobieren. Wir waren diesmal mit Freunden unten, das war ganz anders als sonst. Es war ein anderer Urlaub, mit Gleichaltrigen konnten wir auch Sachen machen die uns Jugendlichen gefallen. Fatbike fahren, danach Burger und Pool anstatt Weingut... (Auch darüber haben die Jungs einen Bericht geschrieben. Diesen findet ihr hier.)

Fabian: Ja, es ist immer wieder cool. Unsere Freunde haben Hunde, auf diese freue ich mich immer. Ich mag Kapstadt- die Waterfront. Es ist meist warm und es ist einfach Afrika und schön. Außerdem gibt es gute Burger, Appetizer als Getränk und leckere Milchshakes.

Florian - allein in Kapstadt unterwegs.
Florian - allein in Kapstadt unterwegs.

Florian, du bist Anfang 2016 (mit 15 Jahren) mit einem Freund alleine in Kapstadt zum Englisch lernen gewesen. Wie war das? Hattet ihr nie Angst oder Heimweh?
Florian: Ich persönlich finde, dass das Thema mit der Sicherheit überbewertet wird. Du musst wissen wo du unterwegs sein kannst oder auch lieber nicht. Außerdem bist du nie ganz alleine unterwegs. Heimweh hatte ich nie, weil du dich durch die anderen Jugendlichen sofort aufgenommen fühlst. Mein eigenes Ding machen ist auch mal gut, gerne wäre ich lieber länger geblieben.
Fabian, kannst du dir das auch vorstellen oder eher nicht?
Fabian: Ich will das auf jeden Fall auch machen und ich weiß sogar schon wenn ich mitnehmen will!  Alleine bin ich nicht sicher ob ich fahren würde, lieber mit Freund.


Ein Einblick in Khayelitsha, Kapstadts größtem Township.
Ein Einblick in Khayelitsha, Kapstadts größtem Township.

Wer mehr über den Township-Besuch nachlesen möchte, kann dies hier tun.

Im letzten Urlaub habt ihr mit euren Eltern Khayelitsha, das größte Township Kapstadts, besucht.   Armut, Jugendliche die keine Perspektive haben auf eine gute Zukunft und verwaiste Kinder – wie war das für euch? 

Florian: Ich bekomme in den Townships immer das Gefühl wie gut es mir geht, ich weiß es zu schätzen was ich alles habe. Hier Zuhause ein eigenes Zimmer, dort auf 45qm mit der ganzen Familie...
Fabian: Ich war schon in einem Township und fand es trotzdem wieder interessant. Es gibt große Unterschiede zwischen Reich und Arm. Hier Township und ein paar Straßen weiter schöne Villen. Trotzdem war es nicht so extrem, Fernsehen und Handy hatten auch hier viele. Die Häuser sind sehr klein, mit einer ganzen Familie dort zu wohnen kann ich mir nicht vorstellen. Die Kinder sind ums Haus geturnt, wie bei uns. In der Familie, die wir besucht haben, gibt es Nelson 2 Jahre alt, der war süß. Von der Armut haben wir nicht so viel gesehen, wir waren in einem Teil ohne Blechhütten. Als weißer Besucher erregt man schon Aufmerksamkeit finde ich. Alle schauen einen an.

 

War euch hinterher bewusster was für ein schönes Leben ihr habt?
Florian: Klar, ich kann mich glücklich schätzen, es kann auch ganz anders sein.
Fabian: Ja schon.


Gibt es etwas was ihr unbedingt mal noch in Südafrika machen wollt oder ein Ort den ihr kennen lernen wollt?
Florian: Ich weiß keinen speziellen Ort, ich bin auch schon gut rumgekommen. Zeit in Kapstadt verbringen das wünsche ich mir. Außerdem gibt es über fünf Tage eine Fatbike Tour am Strand entlang an der Wild Coast. Das wäre was!
Fabian: Mit Quads durch Dünen fahren, das wäre cool! Außerdem würde wir gerne mal eine Schlange sehen. Eine giftige wie Puffotter oder Kapcobra.

 

Auf was freut ihr euch bei eurem nächsten Afrika-Trip?
Florian: Kanu fahren, das ist etwas Neues, daher bin ich gespannt wie es wird. Hier sind wir wieder im totalen Off. Zelten auf Sandbänken. Danach geht es zum Tauchen und damit in die Zivilisation zurück. Das ist eine gute Kombi.
Fabian: Ich freue mich auf den nächsten Sommer. Dann geht es mit dem Kanu auf dem Zambesi Richtung Mana Pool mit Ranger. Tiere "spotten". Danach geht es zum Tauchen an die Kosi Bay. Ich freue mich dass es wieder Afrika ist!

 

Wenn Ihr mehr von den Jungs und ihrer Familie lesen wollt, dann schaut auf http://www.wildes-afrika.de oder https://www.facebook.com/wildesafrika/ vorbei.

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Kommentare: 2
  • #1

    Micha (Donnerstag, 02 Februar 2017 00:24)

    Wow. Das ist so spannend, schön und interessant zu lesen. Ich glaube egal ob man mit den Kindern reist, oder sie zuhause in die Kita steckt. Das wichtigste sind die Eltern und die Erziehung. Aber es ist so schön zu lesen, was die Jungs schon alles erlebt haben und vor allem wie tiefgründig vieles aufgenommen wird. Toller Bericht!

  • #2

    Kind im Gepäck (Donnerstag, 02 Februar 2017 08:50)

    Lieber Micha, vielen Dank für Deine Einschätzung. Super! Ja, ich denke auch, dass vieles irgendwo im Unterbewusstsein bleibt, das beweisen die Jungs. Und es ist auch wunderbar, dass die Beiden immer noch so liebend gerne dort hin reisen und das fast wie eine Heimat für sie ist.
    Schöne Grüße an Dich!

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