Von Casper über Cody in den Yellowstone Nationalpark

Mit Baby durch Wyomings Weiten

 

Der KOA Bur Nunn ist kein Highlight, aber für eine Nacht vollkommen in Ordnung. Am Morgen besuchen uns ein paar "Deers". Ich bin so begeistert, dass ich vergesse Fotos zu machen. Gleich nach dem Frühstück machen wir uns dann auch schon auf die Weiterreise. Heute stehen nämlich knapp 300 Meilen (470 Kilometer) und gute 5 Stunden Fahrt bis zu unserem Campingplatz im Yellowstone Nationalpark auf dem Plan.

 

Der Tagestrip beginnt wieder gut. Der Kleine schläft - vorschriftsgemäß in seinem Sitz - während sich für uns bereits wenige Meilen hinter Casper die unendlichen Weiten Wyomings eröffnen. Hier gibt es nichts, absolut nichts. Unsere Straße, hin und wieder mal ein anderes Auto und sonst nichts. Nothing. Niente. Geradeaus zieht sich die US-20 durch die Prärie.

Da so wenig los traue ich mich auch mal hinter´s Steuer. Anfänglich ist es etwas ungewohnt, doch dann läuft´s. Von da an wechseln wir uns mit dem Fahren ab.  Ich fahre und fahre und fahre, dann fährt und fährt und fährt mein Mann. Unser Kleiner ist erstaunlich friedlich und schläft und relaxt und schläft.

 

Nachdem wir die erste lange Phase der Einöde hinter uns lassen wechselt sich die Landschaft zwischen Shoshoni und Thermopolis glücklicherweise etwas ab. Es geht zwischen Berge und Schluchten hindurch, es geht auf und ab. Nach Thermopolis zieht sich es dann aber wieder, aber es macht irgendwie auch Spaß. Am frühen Nachmittag erreichen wir dann endlich Cody. Wir nutzen die zeitige Ankunft um uns die Füße zu vertreten und die letzten Utensilien einzukaufen.

Von Cody zum Campinglatz sind es noch etwas mehr als 75 Meilen (125 Kilometer), knapp zwei Stunden.  Ein Klacks im Gegensatz zu dem was wir bereits hinter uns haben. Gegen 16:30 Uhr machen wir uns auf den Weg. Die Fahrt beginnt entspannt und gemütlich. Nach rund 45 Minuten ist es allerdings aus mit der Gemütlichkeit und der Ruhe. Der Kleine brüllt plötzlich aus voller Inbrunst. Er brüllt wie wir ihn eigentlich noch nie brüllen haben hören. Ich versuche alles, doch nichts hilft. Mein Mann hält bei der nächsten Möglichkeit.

 

Da stehen wir. Irgendwo zwischen Cody und dem Yellowstone. Laufen im Wohnmobil auf und ab. Abwechselnd mit schreiendem Baby auf dem Arm. Ich frage mich ob wir nicht umdrehen sollen, ob dem Baby etwas fehlt? Länger als 10 Minuten hat er eigentlich noch nie geschrien. Jetzt schreit er eine Viertelstunde und will nicht aufhören.

 

Da sitzen wir im Wohnmobil. Etwas verzweifelt. Ich möchte umdrehen. Mein Mann nicht. Wir müssen uns entscheiden. Eine halbe Stunde haben wir schon wieder an Zeit verloren. Wir fahren also weiter. Kaum auf meiner Brust schläft der Zwerg wieder friedlich ein. Ich sitze mit ihm auf dem Rücksitz mit Gurt gesichert. Sehr bald tut mir mein Kreuz weh. Ich kann mich kaum bewegen. Dann schmerzt die Hüfte. Dann das Genick. Die Position ist sowas von ungemütlich.... Ich möchte ich ihn wieder in seinen Sitz tun. Waaaaahhhhh! Das Geschrei geht sofort wieder los. Brust: Ruhe. Sitz: Waaaahhhh! Also Brust und es geht weiter. So erreichen wir nach weiteren 30 Minuten den Park.

 

Ab jetzt geht´s wieder bergauf und das Wohnmobil keucht. Es keucht schwer. Ich keuche zwar nicht, kämpfe aber mit meinen Nerven. Ich bin genervt. Mir schmerzt alles in meiner Position, doch sobald ich mich bewege schreit das Baby. Zudem sehe ich so gut wie nichts. Mein Mann ist genervt, weil ich ihn nerve. Letztendlich sind wir alle irgendwie mit den Nerven am Ende und noch wenige Kilometer vor dem Campingplatz platzt mir der Kragen. Ich sitze hier doch nicht stundenlang, fliege 1000 Kilometer und sehe am Ende nichts!!!! Waaaaahhh - das Baby schreit, ich meckere, mein Mann steigt aus.

 

Nach wenigen Sekunden beruhigen wir uns alle wieder. Atmen tief durch, haben einen Plan für die letzten Kilometer. Baby Samu kommt in seine Wippe und wird zwischen uns platziert. Siehe da - er lacht!!! Und wie er lacht, als wäre nichts gewesen. Wir lachen auch und in Nullkommanichts sind wir da :-)  Der Fishing Bridge RV Park hat uns endlich. Mal wieder 2 Stunden später (es ist 21 Uhr) - aber das sind wir ja nun gewohnt - sind wir am Ziel und überglücklich den Tag durchgestanden zu haben.

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